EISENSTUDIEN

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Eisen-Studien           Eisenmangel bei Läufern
Einfluß einer 12 wöchigen Eisensubstitution auf Blutvolumen und maximale Leistungsfähigkeit bei Leistungssportlerlern/innen mit latentem Eisenmangel
Herzkreislauferkrankungen / Ergebnisse zweier Studien
Hohe Eisenspiegel im Blut steigern das Risiko für einen Herzinfarkt
Kommentar Von Heinz Dieter Rödder --Aufwind für die Eisen-Hypothese
Vitamin C verbessert die Eisenresorption
42 Frauen mit erniedrigtem Ferritinspiegel

Eisenstoffwechsel, Anämien. Therapie
und Diagnose. Neue Konzepte bei Renaler Anämie und Rheumatoider Arthritis

von M. Wick, W. Pinggera, P. Lehmann
Broschiert
- 218 Seiten - Erscheinungsdatum: September 2000
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Frauen brauchen mehr Eisen

Sind Sie müde, schlapp, unkonzentriert und anfälliger für Erkältungskrankheiten? Schmerzt das Schlucken, sind Ihre Haare oder Nägel brüchig, Ihre Haut blass oder trocken und die Mundwinkel eingerissen? Das könnte auf einen Eisenmangel hindeuten. Auch kalte Hände und Füße, Schlaflosigkeit, Libidostörungen und Impotenz sind Symptome.

Eisenmangel gehört zu den am häufigsten auftretenden Ernährungs-Mangelerscheinungen der westlichen Welt. Untersuchungen haben ergeben, dass etwa die Hälfte aller Frauen an Eisenmangel leiden. Dennoch handelt es sich nicht um eine Bagatell-Erkrankung, denn aus einer Eisenunterversorgung kann sich eine chronische Eisenmangelanämie (Blutarmut) entwickeln. Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin, der für die Sauerstoffversorgung essentiell ist. Daneben ist Eisen an vielen Stoffwechselprozessen des Körpers beteiligt. Frauen brauchen pro Tag etwa zwei Milligramm Eisen, für Männer reicht die Hälfte. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist der Bedarf höher, daher sollten vor allem werdende Mütter ihren Eisenspiegel regelmäßig kontrollieren lassen.

Die Ursachen für einen Eisenmangel sind vielfältig. Neben einer unzureichenden Ernährung kommen auch Blutverluste, etwa bei einer starken Monatsblutung und der Geburt, durch ein Magengeschwür, eine Gastritis oder Hämorrhoiden, Verletzungen, Operationen, Dialyse-Behandlungen sowie häufigen Blutspenden, in Frage. Wenn Kinder zu wenig Eisen bekommen, kann sich ihre geistige und körperliche Entwicklung verzögern.

Eisenpräparate sollte man keinesfalls auf eigene Faust einnehmen. Bei einer Überdosierung kann es zu Nieren- und Leberschäden kommen. Wer bei sich einen Eisenmangel vermutet, sollte einen Arzt aufsuchen. Tabletten mit Eisensalzen werden teilweise als Kur über längere Zeit eingenommen. Um die Eisenvorräte wieder aufzufüllen, dauert die Behandlung mindestens drei Monate. In schwerwiegenden Fällen kann das Eisen als Infusion in die Vene gegeben werden. Eisen ist vor allem in Fleisch, Getreide und Hülsenfrüchten enthalten. Der Körper kann tierisches Eisen aus der Nahrung besser aufnehmen als pflanzliches. Wichtig sind zusätzlich Vitamin-C-reiche Lebensmittel wie Obst oder Paprika, da dies die Aufnahme von Eisen im Magen-Darm-Trakt erleichtert.  06.12.2006 http://www.krankenkassenratgeber.de

Einfluß einer 12 wöchigen Eisensubstitution auf Blutvolumen und maximale Leistungsfähigkeit bei Leistungssportlerlern/innen mit latentem Eisenmangel
Friedmann, Weller, Mairbäurl, Bärtsch
40 junge Leristungssportler/innen (16,4 +- 2,4 Jahre ) mit Ferritin von < 20ug/l und normalem roten Blutbild
erhielten ineiner Doppelblindstudie 12 Wochen lang entweder 2x/ pro Tag 100mg Eisen (Fe2+)(= Verumgruppe) oder Placebo mit der Fragestellung, ob eine Eisensubstitution bei latentem Eisenmangel eine Steigerung des  Gesamthämoglobins (GHB) und der aeroben Leistungsfähigkeit bewirkt.
Nach 12 Wo. war das Ferritin der Verumgruppe von 15,8 +- 6,2 auf 35,9 +- 17.1 ug/l angestiegen.
In der Placebogruppe tendenziell abgefallen (14,3 +- 8.o   auf 12,9 +- 5,7 ug/l).Das GHB änderte sich in beiden Gruppen nicht signifkant( 12g/kg).Nur in der Verumgruppe waren signifikante Verbesserungen der VO2max von im Mittel 3,33 l/min. auf 3.45 l/min. sowie der Laufzeit in einem Supra-VO2max-Laufbandtest (Medbo-Test) von im Mittel von 2:35 auf 2:50 Min. aufgrund einer signifikanten Zunahme der  VO2 (118,3 +- 39,6 auf 130,7 +- 45,2 ml/kg) zu beobachten. Die anaeroben Leistungsparameter (O2 - Defizit,   88,1 +- 18,8 auf 95.0 +- 23.2ml/kg, max.Laktat 12.0 +- 2,o auf 12.2 +-2,5 mmol/l) änderten sich nicht signifikant.
Diese Untersuchung zeigt , daß nach Ausgleich eines latenten Eisenmangels die max. aerobe Leistungsfähigkeit gesteigert werden kann ohne meßbare Veränderungen des Gesamthämoglobins (GHB).

Herzkreislauferkrankungen / Ergebnisse zweier Studien   
Hohe Eisenspiegel im Blut steigern das Risiko für einen Herzinfarkt

Utrecht/Kuopio (Rö). Bei Menschen, die erhöhte Eisenspiegel haben, ist offenbar das KHK-Risiko gesteigert. Dieser als "Eisen-Hypothese" bezeichnete Zusammenhang ist jetzt in zwei Studien bestätigt worden. Besonders deutlich ist der Zusammenhang offenbar bei Frauen nach der Menopause, die Rauchen und zu hohen Blutdruck haben. Sie haben ein 20fach erhöhtes Risiko an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu sterben im Vergleich zu Frauen, die nicht rauchen, keine Hypertonikerinnen sind und normale Eisenspiegel haben. Starke Hinweise darauf, daß die schon lange diskutierte Eisen-Hypothese als Ursache von Herzkreislauf-Erkrankungen wirklich gültig ist, kommen aus zwei Studien, deren Ergebnisse jetzt in "Circulation" veröffentlicht worden sind.
Dr. Yvonne T. van der Schouw und ihre Kollegen von der Universität Utrecht in den Niederlanden haben in einer Studie 12 239 Frauen nach der Menopause untersucht. Geprüft wurde, ob bei denjenigen unter ihnen, die ein Allel für die erbliche Eisenspeicherkrankheit, also die heterozygote Form der Krankheit haben, eine höhere Rate an kardiovaskulären Krankheiten festzustellen ist (100, 199, 1268).Das Ergebnis bestätigt dies eindeutig. Wie zu erwarten war, ist bei den Frauen ohne genetische Veränderung für die Eisenspeicherkrankheit, die rauchen oder Hypertonikerinnen sind der beides, haben die kardiovaskuläre Sterberate leicht erhöht. Für Frauen mit Eisenspeicherkrankheit gilt dies auch. Stark erhöht ist die Sterberate für eine bestimmte Gruppe von Frauen. Sie haben wegen der Eisenspeicherkrankheit erhöhte Eisenspiegel im Blut. Zusätzlich sind sie Hypertonikerinnen und sie rauchen. In einer zweiten Studie haben Professor Jukka T. Salonen und Kollegen von der Universität von Kuopio in Finnland in einer prospektiven Kohortenstudie 1150 Männer untersucht. Sie haben an der Kuopio Ischemic Heart Disease Study teilgenommen und von ihnen hat eine DNS-Probe vorgelegen (100, 1999, 1274). Untersucht wurde dabei auch, ob die Teilnehmer eine bestimmte Gen-Mutation hatten, die mit der Eisenspeicherkrankheit verknüpft ist, die Gen-Mutation Cys282Tyr. Ein Allel für diese Mutation hatten 6,7 Prozent der Männer. Nach einer mittleren Studien-Beobachtungszeit von neun Jahren wurde Bilanz gezogen. Zehn Prozent der Männer mit der Herzinfarkt bekommen, aber nur fünf Prozent der Männer, die die genetische Veränderung nicht hatten. Bei den Männern mit Eisenspeicher-Krankheit ist die Herzinfarkt-Rate also verdoppelt.



Kommentar Von Heinz Dieter Rödder
Aufwind für die Eisen-Hypothese

Erhöhte Eisenspiegel im Blut sind ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Wissenschaftler, die seit Anfang der 80er Jahre diese "Eisen-Hypothese" vertreten, wollen damit auffällige Unterschiede in der Häufigkeit von Herzinfarkten erklären. Zum Beispiel bei Frauen verschiedenen Alters. Der Schutz jüngerer Frauen wäre damit weniger durch das Östrogen zu erklären, sondern durch den monatlichen Blut- und Eisenverlust. Fällt dieser nach der Menopause weg, steigt die Herzinfarktrate steil an. Bekannt ist auch, daß regelmäßige Blutspender weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Eventuell ist das nicht nur damit zu erklären, daß diese Menschen gesünder sind als der Rest der Bevölkerung, sondern es liegt am regelmäßigen Aderlaß. Solche Erklärungen haben immer viel Widerspruch hervorgerufen. Aufwind bekommen die Kollegen, die die "Eisen-Hypothese" vertreten, jetzt durch die Ergebnisse von zwei Studien, in denen jeweils eine Gruppe von Männern und eine von Frauen nach der Menopause über Jahre untersucht worden sind. Unter ihnen waren auch jeweils einige Prozent mit den genetischen Veränderungen für eine Form der Eisenspeicherkrankheit, die erhöhte Serum-Spiegel an Eisen zur Folge hat. Und die Menschen mit den erhöhten Eisenspiegeln hatten wirklich eine erhöhte Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders interessant ist das Ergebnis der Studie mit den Frauen. Hier war das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, bei den Frauen mit Hypertonie, Rauchen und erhöhten Eisenspiegeln aufgrund des genetischen Defekts 20fach erhöht. Dies paßt zu der bekannten Tatsache, daß Risikofaktoren für Herzkreislauf-Erkrankungen sich nicht addieren, sondern potenzieren. Es gibt eine Erklärung, wie die atherogene Wirkung des Eisens zustande kommt. Bekanntlich katalysiert Eisen die Oxidation. Fördert es auch die Oxidation von LDL-Cholesterin, würde das bedeuten, daß mehr von dieser als besonders atherogen angesehenen Substanz entsteht. Der oxidative Streß durch das Rauchen wird noch verstärkt und greift zusätzlich die durch den hohen Blutdruck geschädigten Gefäße an. Vieles paßt zusammen beim Thema Eisen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sogar die Häufigkeit der Eisenspeicherkrankheit von etwa fünf bis sieben Prozent in der Bevölkerung ist genauso hoch wie der Anteil der Hoch-Risikopatienten in großen prospektiven Studien. Was noch fehlt, ist eine Interventionsstudie, die belegt, daß erniedrigte Eisenspiegel eine erniedrigte Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Folge haben.

Aus den vorliegenden prospektiven Studie  von 7800 koronarkranken Patienten läßt sich kein eindeutiger epidemiologischer Zusammenhang zwischen Eisen und KHK-Risiko etablieren. 
Circulation 99(1999) 852-854


Vitamin C verbessert die Eisenresorption
Vitamin C verbessert Nach Magen-Bypass Operationen Kommt es bei jedem 2.Patienten ohne Substitution zu Eisenmangelanämie.Um ein Defizit zu verhindern muß Eisen substituiert werden,Die Studie zeigt, daß Vitamin C die Resorption erhöht. Es wurden 3x50mg Eisen und zusätzlich jeweils 500mg Vitamin C gegeben.  Obes surg 9 (1999)17-21 Rhode BM et al.

42 Frauen mit erniedrigtem Ferritinspiegel erhielten 6 Wochen lang im Gegensatz zur Placebokontrollgruppe 100mg Eisensulfat täglich, was zu einer ausgeglichenen Ferritinspiegel führte. In den letzten 4 Wochen trainierten beide Gruppen 5 mal/Woche 30 min bei 75-80% HF max. Beide Gruppen verbesserten ihre 15 km Laufzeit. Die Frauen mit Eisensubstitution zeigten aber eine stärkere Verbesserung. Dabei zeigte der Ferritinspiegel eine deutliche Interaktion mit der Zunahme der Leistungsfähigkeit als der HB-Wert. Dies sollte auf die Diätgewohnheiten der Frauen Auswirkungen haben. Hinton et. al J Appl Physiol 88 (2000) 1103-1111)

Symposium zum 4. schweizerischen Ernährungsbericht     
Fleisch gegen Eisenmangel und für Krebsprävention

An der vom Verband Schweizer Metzgermeister alljährlich durchgeführten Fleischfachtagung diskutierten rund 300 Experten der Fleischbranche Schlussfolgerungen, die sich aus dem 4. schweizerischen Ernährungsbericht des Bundesamtes für Gesundheit für das Nahrungsmittel Fleisch ziehen lassen. Der frisch gewählte Nationalrat Prof. Dr. Felix Gutzwiller, Präventivmediziner an der Universität Zürich, leitete das Symposium mit einem Grundsatzreferat zum Thema "Wertewandel und Ernährungsgewohnheiten" ein.
Gutzwiller wies dabei auf den Wandel hin, die in den amerikanischen Ernährungsempfehlungen zum Ausdruck kommen. Während 1977 noch empfohlen wurde, den Fleischkonsum zu senken, lautet die aktuelle Empfehlung des U.S. Departement of Agriculture auf täglich zwei bis drei Portionen Fleisch mit einem Total von 140 bis 200 Gramm. Der effektive Fleischverzehr in der Schweiz liegt bei täglich 120 Gramm pro Kopf und Tag.
Problematische Essgewohnheiten von Jugendlichen
Der St. Galler Kinderarzt Josef Laimbacher präsentierte Ergebnisse einer Untersuchung, welche zwischen 1994 und 1996 bei 13 bis 18jährigen Mittelschülern in St. Gallen durchgeführt wurde. Dabei wurde auch die Eisenzufuhr analysiert und herausgefunden, dass diese vor allem bei weiblichen Jugendlichen zum Teil ungenügend ist und sich in tiefen Eisenspeicher-Werten im Körper widerspiegeln. Für den Referenten liegt ein direkter Zusammenhang mit der Tendenz zur fleischlosen oder fleischarmen Ernährung vor allem bei den Mädchen auf der Hand. Trotz gutem Angebot an Nahrungsmitteln sieht Laimbacher in der Ernährung Jugendlicher eine kritische Versorgung mit Energie, Spurenelementen und Vitaminen, weshalb er verstärkte Anstrengungen in der Ernährungserziehung postuliert.
Neue Forschungsergebnisse zu einer krebshemmenden Fettsäure
Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Nutztiere bereitet gegenwärtig die aktuellen Forschungsergebnisse zur sogenannten "Konjugierten Linolsäure", CLA, auf (englisch: "Conjugated Linoleic Acid"). Wie Pierre Alain Dufey erläuterte, enthalten tierische Produkte wie Milch und Fleisch von Wiederkäuern am meisten CLA. In Versuchen konnte nachgewiesen werden, dass CLA die Vermehrung von Krebszellen hemmt. Epidemiologische Studien in den USA legen die Verminderung des Brustkrebsrisikos durch erhöhte CLA-Zufuhr nahe. Allerdings ist in den wesentlichen Ländern die CLA-Aufnahme während der letzten Jahrzehnte insgesamt zurückgegangen. Dufey macht dafür zwei Gründe verantwortlich, nämlich einerseits ein verminderter Verzehr von tierischen Fetten und anderseits die zunehmende Verdrängung von Gras durch Mais in der Wiederkäuerfütterung.

Intelligenz: Wissenschaftler des Londoner King’s College haben in einer Studie mit 164 Teenagern festgestellt, dass Diäten und einseitige Ernährung die Intelligenz beeinträchtigen können. Vor allem der Eisengehalt der Nahrung beeinflusst die geistige Leistungsfähigkeit. Sank der Eisengehalt in der Nahrung, ging der Intelligenzwert um bis zu zehn Prozent zurück. (Die Welt, ddp, S.35, 01.08.2000, Focus Online, 31.07.2000)ew


Vorsicht vor zu viel Eisen - es kann Herzinfarkt verursachen: Zu viel Eisen im Blut schädigt die Arterien und kann zu Arteriosklerose und Herzinfarkt führen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die japanische Wissenschaftler die bei einer Fachkonferenz präsentierten. Die Forscher um Hidehiro Matsuoka von der Universität Kurume untersuchten die Funktion von Arterien von 20 Studienteilnehmern. Eine Hälfte der Gruppe bekam eine hohe Dosis Eisen verabreicht. Die andere Hälfte erhielt ein Medikament, das Eisen aus dem Blut entfernte. Ergebnis: Hohe Eisenkonzentrationen im Blut störten die Arterienfunktion, indem sie die Innenwände der Gefäße schädigt, das so genannte Endothel. Dieses kontrolliert den Blutfluss durch Erweiterung und Verengung der Arterien. «Zu hohe Eisenspiegel könnten Arteriesklerose verursachen», vermutet Matsuoka und warnt vor einem Missbrauch von Eisenpräparaten: «Überdosierung könnte starke Endothelschädigungen und damit Herzinfarkt und Schlaganfall verursachen». (netdoktor.de, 25.10.2000)ms


Trainingserfolge bei erniedrigten Ferritinspiegeln geringer.
Aerobes Training führt gerade bei Frauen häufig zu einem Eisenmangel. Die verminderte Leistungsfähigkeit bei Frauen mit Eisenmangel und daraus folgender Anämie ist bekannt. Da viele Frauen einen Eisenmangel mit normalen Hämoglobinwerten aufweisen, galt  es zu untersuchen, ob auch diese Veränderungen  die Leistungsfähigkeit beeinflussen.  42 Frauen mit erniedrigten Ferritinspiegeln, aber normalen Hämoglobinkonzentrationen erhielten 6 Wochen  lang täglich 100 mg Eisensulfat  oder Plazebo. Gleichzeitig trainierten  beide Gruppen in den letzten 4 Wochen an 5 Tagen der Woche 30 min bei 75- 85% der maximalen Herzfrequenz. Die  Eisensupplementierung führte zu erhöhten Serumferritinspiegeln und erniedrigten  Transferrinrezeptoren. Die  15 km Zeit erniedrigte sich durch das  Training in beiden Gruppen, zeigte aber eine stärkere Verbesserung bei den  Frauen mit durch Substitution ausgeglichenem Ferritinspiegel. Die Ergebnisse zeigen, dass Trainingsanpassungen  im Ausdauerbereich bei erniedrigten Ferritinwerten schlech-ter  erfolgen. Dabei zeigte der Ferritinspiegel eine deutlichere Interaktion mit  der Zunahme der Leistungsfähigkeit als der Hb-Wert. Dies sollte auf die Diätgewohnheiten gesundheitsbewusster Frauen Auswirkungen haben. U.K. (Quelle: Hinton P et al.: Iron supplementation improves endurance after training in irondepleted, nonanemic women. J Appl Physiol 88 (2000) 1103-1111)


Zinkprotoporphyrin ein signifikanter Parameter in der Eisendiagnostik bei Ausdauersportlern
Weiglein K, Schmidt W, Himmelbach-Wegner B, Bönnig D Sportmed. Zentrum Klinik Parkhöhe, Bad Wildungen

Die bisherigen Parameter des Eisenstatus des Blutes reichen nicht aus, um den Eisenstatus sicher genug darzustellen. Eisenmangel ist insbesondere bei ausdauersporttreibenden Frauen eine weltverbreitete Mangelerscheinung. Die üblichen Parameter, wie Hämoglobin, Hämatokrit, Ferritin, Transferrin sind nicht signifikant genug. Insbesondere wird das Ferritin von anderen Faktoren, als nur dem Eisenmangel falsch beeinflusst. Zinkprotoporphyrin (ZPP) zeigt den Eisenmangel als Verlaufsparameter signifikant an. ZPP dient bei Hämodialysepatienten als Verlaufsparameter, um die Erythropoetintherapie optimal anzupassen. Ein weiterer signifikanter Verlaufsparameter ist das totale Hämoglobin (Hb-tot) im Gegensatz zur Hämoglobinkonzentration (Hb), welches von der Flüssigkeitsverschiebung zwischen den einzelnen Kompartimenten abhängt. Bei 54 ausdauersporttreibenden Frauen wurden die o.g. Parameter gemessen und verglichen. Das ZPP wurde nephelometrisch in einer cubitalvenösen Blutprobe bestimmt. Das Hb-tot wurde nach Erfassung der VO2max mittels der CO-Hb-Methode bestimmt  Es ergaben sich deutliche Korrelationen für das ZPP mit der Hämoglobinkonzentration (p<0,01), der Hb Menge (p<0,001), EPO (p<0,05) und Transferritin (p<0,001). Geringe Korrelation des Ferritins gegenüber den anderer Parametern. In einer darauffolgenden Längsschnittuntersuchung wurde bei einer Eisensubstitution bei 10 Ausdauersportlerinnen der Eisenstatus anhand der neuen und der alten Marker bestimmt. Auch bei dieser Untersuchung zeigte sich eine höhere Korrelation für das ZPP und das Hb-tot, im Gegensatz zu den üblichen Größen Somit kann das ZPP und das Gesamt-Hb als neuer Parameter in die Eisenmangeldiagnostik aufgenommen werden.

37. Deutscher Kongress für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
 

 

Kurzbeschreibung
Eisenstoffwechselstörungen, insbesondere der Eisenmangel, zählen zu den am häufigsten übersehenen oder fehlgedeuteten Erkrankungen. Anämien sind ein weltweites Problem. Davon betroffen sind vor allem ältere Menschen. Nach den WHO-Kriterien (World Health Organisation. Nutritional anemias. Technical Reports Series 1992; 503) spricht eine Hb-Konzentration <12g/dl bei der Frau und <13g/dl beim Mann für eine Anämie. Danach haben 10-22% der Frauen und 6-30% der Männer älter als 65 Jahre eine Anämie. In dieser Auflage werden die Schwerpunkte auf die Therapie von renalen und entzündlichen und vor allem auf rheumatoide Anämien gesetzt. Dennoch bleibt weltweit der Eisenmangel mit Abstand die häufigste Anämieursache. Darüber hinaus haben auch neue Erkenntnisse über den Gendefekt der Hämochromatose sowie über die Folgen der Eisenüberladung dazu geführt, diesen bisher unterschätzten Problemen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Die Diagnostik - und insbesondere die Therapie der Anämien - haben in den letzten Jahren derartige Fortschritte gebracht, die nahelegen, die Therapie und das diagnostische Spektrum zu erweitern. Die Autoren haben sich deshalb entschlossen, das Buch zu überarbeiten. Die starke Nachfrage machte eine sechste, erweiterte Auflage notwendig.

Eisenstoffwechsel, Anämien. Therapie und Diagnose.
Neue Konzepte bei Renaler Anämie und Rheumatoider Arthritis

von M. Wick, W. Pinggera, P. Lehmann
Broschiert
- 218 Seiten -
Erscheinungsdatum:
September 2000
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Eisenmangel : eine Antwort im Forum von  http://www.medizin-forum.de

Ich möchte Ihnen ein Beispiel aufzeigen. Einer Bekannten von mir, wurde auch die Diagnose Eisenmangel gestellt, darauf nahm Sie längere Zeit ein sogenanntes Präparat auf anraten des Arztes ein. Nach einen halben Jahr wurde durch den Doktor sehr schlechte Leberwerte festgestellt und Sie mußte mit dem Präparat aufhören. Die Eisenwerte im Blut haben sich um keinen Millimeter verbessert. Nun frage ich Sie, was haben wir für Ärzte die nicht über die neusten Erkenntnisse verfügen. Denn diese ganzen Präparate (z.B. Eisensulfate) können Sie total vergessen. Ich beschäftige mich seit über zehn Jahren mit der Ernährungslehre und hier kann man viel besser und ohne Nebenwirkungen sehr gute Resultate erzielen. Ich habe der Frau empfohlen, erst einmal eine Haar-Mineralstoffanalyse zu machen und siehe da, die Eisenwerte waren voll in Ordnung. Sie hatte aber andere Mangelerscheinungen an denen Sie jahrelang litt. So war bei Ihr der Kalium-Spiegel im Keller und die Probleme sehen dann ähnlich wie beim Eisenmangel aus. Nach Einnahme von Vitaminen ging es bei Ihr ganz langsam mit der Gesundheit nach oben und das auch durch Bestätigung ihres Hausarztes. Deshalb empfehle ich, Finger weg von diesen unnützend Zeug. Wenn Sie nun tatsächlich mehr Eisen benötigen, nehmen Sie täglich einmal folgendes:
1. Eisenfumarat (6mg Eisen)- es ist eine org.

die besser resorbiert wird
2. gleichzeitig benötigen Sie das Spurenelement Kupfer
3. es wird das B-Vitamin 6 gebraucht (also immer der ganze B-Komplex)
4. Sie benötigen die Aminosäuren Glycin und Globin und daraus kann der Körper in täglichen kleinen Schritten, allmählich die Werte verbessern. Viel hilft hier nicht.Der Bildungsweg ist dann folgender: Zur Bildung von Hämoglobin im Knochenmark ist Eisen und Glycin notwendig. Zur Produktion von Häm (Blutfarbstoff) wird Kupfer und B6 benötigt.Häm verbindet sich mit Globin (wird synthetisiert aus verschiedenen Aminosäuren).Erst jetzt kann Hämoglobin daraus entstehen. Rote Blutkörperchen besitzen keinen Zellkern, daher können Sie keine lebenserhaltenen Enzyme bilden und sterben nach 120 Tagen ab.
5. In jeden Fall sollten Sie mehr Vitamin C (mit Bioflavonoiden) einnehmen. Und nur so können Sie zu nachweislich guten Resultaten kommen.


Laufen kann Blutarmut auslösen

Laufen ist vor allem fürs Herz gesund. Aber diese Sportart kann auch Probleme bereiten. Es kann z.B. eine leichte Blutarmut (Anämie) ausgelöst werden. Daran sollte auch gedacht werden, wenn es darum geht, die Ursache für chronische Müdigkeit mit einer leichten Anämie zu klären. Eine aufwendige Diagnostik, wie bei einer 41jährigen Anwältin aus den USA, bleibt so möglicherweise erspart. Die Patientin kam zunächst wegen chronischer Müdigkeit zum Arzt. Es wurde daraufhin eine Blutarmut festgestellt. Ansonsten erschien die Patientin gesund. Es wurden mehrere Tests gemacht, um die Ursache für die Blutarmut zu finden. Unter anderem wurden auch die Eisenspeicher im Knochenmark kontrolliert. Da ein Eisenmangel gefunden wurde, erhielt die Patientin eine Eisen-Ergänzung. Selbst nach zwei Monaten hatte das aber nicht geholfen. Erst eine gründliche Anamnese brachte den wahren Grund der Blutarmut an den Tag: Die Patientin gab an, jeden zweiten Tag acht Kilometer zu laufen. Durch starke mechanische Beanspruchung der Füße kann es zu einer Zunahme des Plasmavolumens mit einer leichten Blutarmut kommen. Genau das war bei der Patientin der Fall. Die Frau wurde gebeten, für vier Wochen auf den Laufsport zu verzichten.

Quelle: Ärzte Zeitung Nr. 214


Eisenmedikamente:
Nicht mit Tee oder Kaffee einnehmen


Baierbrunn (dpa) - Vor und nach der Einnahme eines Eisenpräparates sollte zwei Stunden auf Tee und Kaffee verzichtet werden. Kaffee und Tee enthalten Gerbsäuren, die das Eisen im Magen an sich binden, so die in Baierbrunn bei München erscheinende Apothekenzeitschrift "Gesundheit" (Ausgabe 5/2002). Der Körper scheide das Eisen dann ungenutzt wieder aus, statt es über die Darmschleimhaut an den Blutkreislauf abzugeben. Milch verhindere wegen ihres hohen Kalzium-Gehalts ebenfalls die Aufnahme von Eisen. Wie bei den meisten anderen Medikamenten eigne sich am besten Wasser zur Einnahme von Eisentabletten und -kapseln. Eisen ist der Zeitschrift zufolge ein wichtiger Baustein des roten Blutfarbstoffes. Besonders während des Wachstums, in der Schwangerschaft oder bei starken Blutungen könnten die Eisenwerte so stark vermindert sein, dass das Element als Medikament zugeführt werden muss. 23. Mai 2002 netdoktor.de


Verhaltens- und Lernstörungen in Folge von Eisenmangel während der Kindheit
Eine nicht therapierte schwere Eisenmangelanämie während der Kindheit kann in der Jugend zu Verhaltens- und Lernstörungen führen.
Laut Schätzungen kann bei rund 20% bis 25% der Kinder weltweit eine Eisenmangelanämie diagnostiziert werden – rund 5% der in der westlichen Welt lebenden Kinder sind eisendefizient. Eine Studie mit elf- bis 14jährigen Kindern aus Costa Rica zeigte, dass bei Kinder mit schwerem Eisenmangel in Jugendjahren häufiger Lern- und Verhaltensstörungen registriert werden können. Die Studie von Dr. Betzy Lozoff und Kollegen von der University of Michigan in Ann Arbor umfasst betreffende Daten von 48 Kindern, die an schwerer Eisenmangelanämie litten, und 114 Kindern mit normalem Eisenstatus während der Kindheit. Es zeigte sich, dass einsendefiziente Kinder im Vergleich zu jenen mit normalem Eisenstatus während der Kindheit bei Schreib- und Arithmetiktests schlechtere Resultate erzielten. Auch Kurzzeitgedächtnis und Fähigkeit zwei ähnliche Objekte zu unterscheiden waren reduziert. Die Rate der Repetenten eines Schuljahrgangs war ebenfalls bei ehemals eisendefizienten Kindern höher. Eltern und Lehrer ehemals eiseninsuffizienter Kinder stuften diese eher als depressiv ein und beschrieben häufiger Sozial- und Aufmerksamkeitsprobleme.Die Autoren betonen abschließend, dass die Ursache der Verhaltens- und Lernstörungen ehemals eisendefizienter Kinder unklar bleibt. Außerdem konnte die Studie nicht beweisen, ob diese Störungen auf ernährungstechnische oder soziale Faktoren zurückzuführen seinen könnten. 17.9.02 www.medaustria.at
Quelle: Pediatrics; 105: e51


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Asthma: Erhöht embryonaler Mangel an Selen und Eisen das Risiko?
Bei der Entstehung von Asthma spielt scheinbar die Versorgung der Embryonen mit den Spurenelementen Selen und Eisen eine entscheidende Rolle. In den Milchzähnen sind Informationen aus der Embryonalentwicklung gespeichert, die eine Risikoabschätzung erlauben.
Der Grundstein für verschiedene chronische Erkrankungen kann bereits im Laufe der Schwangerschaft gelegt werden. Die oberen zwei Schneidezähne entwickeln sich noch im Mutterleib und dokumentieren den Ernährungsstatus des Embryos im Laufe der Schwangerschaft.
Wissenschaftlern des Kings College in London standen für ihre Untersuchung etwa 12.000 Milchzähne zur Verfügung, die im Rahmen der Avon Longitudinal Study of Parents and Children – ALSPAC – gesammelt wurden. 250 Milchzähne von Kindern mit und ohne Asthma wurden ausgewählt und eine Schmelzanalyse auf die Spurenelemente Selen und Eisen durchgeführt.
Erste vorläufige Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass eine höhere Aufnahme von Selen während der Schwangerschaft, das Risiko für Keuchen in der frühen Kindheit reduziert. Embryonen, die während der Schwangerschaft besser mit Eisen versorgt waren, litten im weiteren Verlauf ihrer Kindheit seltener unter Keuchen oder Ekzemen.
Die Autoren hoffen, der Aufklärung der Ursachen von chronischen Erkrankungen wie Asthma bronchiale einen Schritt näher gekommen zu sein.
Quelle: Nach Informationen von BBC News, Juli 2003


Eisenmangelanämien - Experten empfehlen i.v. Therapie

Nach neueren Schätzungen leiden weltweit mehr als 1,5 Milliarden Menschen unter einer Eisenmangelanämie. Auch in den westlichen Ländern ist der Eisenmangel die häufigste Ursache für Anämie. Allerdings ist eine Therapie in Form oraler Eisensubstituion in der Regel durch die geringe Resorptionsfähigkeit und mangelnde Verträglichkeit in ihrer Wirksamkeit deutlich eingeschränkt. In solchen Fällen sollte eine intravenöse Eisentherapie erfolgen, wobei die Auswahl des Präparates von entscheidender Bedeutung sein kann.

Einteilung des Eisenmangels

Absoluter Eisenmangel: Ferritin < 15 mg/l
Latenter Eisenmangel: Ferritin < 15 mg/l, Hb >12g/dl
Eisenmangelanämie Ferritin < 15 mg/l, Hb < 12 g/dl
Funktioneller Eisenmangel: Ferritin: normal oder erhöht
Transferrin-Sättigung erniedrigt, oder Anteil hypochromer Erythrozyten > 10%
bzw. CHr < 29pg

Die Eisenmangelanämie, definiert als Hämoglobinkonzentration bei Männern von unter 140g/l und bei Frauen von unter 125g/l, ist eine häufige Komplikation bei chronisch kranken Patienten, aber auch bei menstruierenden Frauen und in der Schwangerschaft. Der Eisenstatus lässt sich durch die Bestimmung von Serumferritin, Transferrinsättigung und gegebenenfalls von hypochromen Erythrozyten und CHr mit geringem Aufwand exakt ermitteln.
Vor einigen Wochen haben sich indikationsübergreifend vier Anämie-Experten in Frankfurt am Main getroffen, und bei der Diagnose von Eisenmangelanämie einen Consensus von aktuellen Empfehlungen zur Therapie herausgegeben. Prof. R.M. Schäfer (Münster), Prof. C. Gasche (Wien), Prof. R. Huch, und Dr. A. Krafft (beide Zürich) haben diese aktuellen Empfehlungen bezogen auf ihre unterschiedlichen Fachgebiete Nephrologie, Gastroenterologie und Geburtshilfe im sogenannten „Eisenbrief“ verfasst.
Die umfassende Betrachtung der Indikation Eisenmangelanämie – von Pathophysiologie/ Symptomatologie über Diagnostik und Einteilung bis zur Therapie – im Konsens über verschiedene Disziplinen können unter www.EisenBrief.de  kostenlos im Internet abgerufen werden.
http://www.journalmed.de


Vergeßlichkeit bei Eisenmangel
WASHINGTON (wsa). Schon geringer Eisenmangel wirkt sich bei jungen Frauen negativ auf die geistige Leistungsfähigkeit aus. Das ergab eine Studie der Pennsylvania State University mit 113 Frauen.
Bei Tests erzielten nicht nur Frauen mit Anämie, sondern auch diejenigen mit leichtem Eisenmangel schlechtere Ergebnisse als die Probandinnen mit normalen Serum-Eisenwerten.
Eine Eisen-Therapie über vier Monate verbesserte etwa das Lang- und Kurzzeitgedächtnis. Diese Ergebnisse stellte Dr. John Beard auf der Tagung "Experimental Biology 2004" in Washington vor. Ärzte Zeitung, 22.04.2004


Orale Eisensubstitution mit besserer Resorptionsrate

Eisenmangel ist weltweit die am weitesten verbreitete Mangel-Erscheinung. Ganz spezielle Empfehlungen gelten für Frauen, Schwangere und Stillende, Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Sportler und Vegetarier sowie Blutspender.
Diese haben im allgemeinen einen erhöhten Eisenbedarf, der nicht immer über die Nahrung gedeckt werden kann.
Häufig wird ein Eisenmangel auch bei Nierenfunktionsstörungen oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen nachgewiesen. Herkömmliche orale Eisenpräparate werden häufig schlecht vertragen. Eine Erfahrung, die von Arzt,
Apotheker und Patient gleichermaßen beschrieben wird. Sie wirken oft ungenügend und müssen deshalb sehr hoch dosiert werden. Bei der der Freisetzung großer Eisenmengen, kommt es zu einer Reizung der Darmwände.
Experten raten daher z.B. bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zur intravenösen Eisengabe.
Eine therapeutische Option, die bis heute nicht unumstritten ist.
weiter: http://www.journalmed.de/newsview.php?id=4921      Eisen im Sport

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Unruhige Beine durch Eisenmangel

Studie: Zu wenig Eisen in den Zellen des Mittelhirns könnte Ursache des Restless-Legs-Syndroms sein
US-amerikanische Wissenschaftler vom Penn State College für Medizin in Hershey haben herausgefunden, dass möglicherweise ein Mangel an Eisen in den Zellen des Mittelhirns die Ursache für das Syndrom der unruhigen Beine, das so genannte Restless-Legs-Syndrom (RLS), sein könnte.
Bei der genaueren Untersuchung der Aktivierung des Enzyms Tyrosin Hydroxylase (TH), das die Herstellung von Dopamin steuert, sind sie auf diesen Zusammenhang aufmerksam geworden. TH wird bei Eisenmangel in großen Mengen aktiviert. Allerdings bildet sich dadurch nicht - wie von den Forschern erwartet - mehr Dopamin. Hierzu, so vermuten die Forscher, ist offenbar auch Eisen notwendig.
Dopamin ist ein Botenstoff, der Signale aus dem Gehirn auch an den Bewegungsapparat weiterleitet. Fehlt es, kann es zu RLS kommen: einem unangenehmen Kribbeln und ziehenden Schmerzen in den Beinen sowie allgemeiner motorischer Unruhe. Unter diesen Beschwerden, die meist abends und nachts auftreten und Schlafstörungen verursachen, leiden fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung, meist Frauen.
Die Wissenschaftler wollen RLS nun mit einer Gabe von Eisen und Dopamin behandeln und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den beiden Substanzen erreichen. Bisher wird das Syndrom der unruhigen Beine meist mit einem Parkinson-Medikament behandelt, das dem Körper nur zusätzliches Dopamin liefert.04.11.2004 http://www.lexonline.info


Restless-Legs-Syndrom auch bei Kindern verbreitet
Unruhige Kinderbeine
31.12.2004 - Gesundheit
Das so genannte Restless-Legs-Syndrom kann schon bei Kindern auftreten. Das haben amerikanische Forscher bei der Untersuchung von mehr als
500 Kindern festgestellt, die unter Schlafstörungen litten. Dabei fanden die Wissenschaftler bei sechs Prozent der Kleinen die für die Krankheit
typischen Missempfindungen an den Beinen. Besonders häufig betroffen waren Kinder mit Eisenmangel oder Kinder, deren Eltern ebenfalls unter
dem Restless-Legs-Syndrom leiden, berichten Suresh Kotagal und Michael Silber von der Mayo-Klinik in Rochester in der Fachzeitschrift
Annals of Neurology (Bd. 56, Nr. 6, S. 803).

Frühere Studien hatten gezeigt, dass das Risiko für das Restless-Legs-Syndrom mit dem Alter steigt. Nach den Ergebnissen von Kotagal und Silber kann die Krankheit aber offenbar auch schon im Kindesalter auftreten. Die Wissenschaftler hatten die Krankenberichte von 538 Kindern ausgewertet
und dabei 32 Fälle des Syndroms entdeckt. 83 Prozent der Betroffenen hatten einen ungewöhnlich niedrigen Eisenspiegel im Blut, und bei 72 Prozent war mindestens ein Elternteil ebenfalls erkrankt, wobei die Mütter dreimal häufiger betroffen waren als die Väter.
Bei Kindern werde das Syndrom häufig übersehen oder mit den so genannten Wachstumsschmerzen verwechselt, die hin und wieder während
der kindlichen Entwicklung auftreten, erklärt Kotagal. Bei Symptomen wie regelmäßigen Schlafstörungen oder nächtlichem Bewegungsdrang sollten
Eltern daher auch an das Restless-Legs-Syndrom denken. Da einige der Kinder außerdem Aufmerksamkeitsstörungen zeigten, hält Kotagal es für möglich, dass es auch einen Zusammenhang zwischen dem Restless-Legs-Syndrom und der Aufmerksamkeitsdefizit-Störung ADS geben könnte.
Menschen mit der auch als "Tanzende Beine" oder "Unruhige Beine" bezeichneten Krankheit leiden unter unangenehmen Empfindungsstörungen
wie Kribbeln oder ziehenden Schmerzen in den Beinen. Seinen Namen hat das Syndrom von dem heftigen Bewegungsdrang, der mit diesen
Empfindungen einhergeht. Häufig treten die Symptome nachts und in Ruhephasen auf, wenn die Beine entspannt werden. Die Folge sind Schlafstörungen und dadurch verursachte chronische Müdigkeit. Der Grund für diese Symptome ist wahrscheinlich eine Störung des Dopamin-Stoffwechsels im Gehirn. Diese kann mit Dopamin-Ersatzmedikamenten ausgeglichen werden. http://www.wissenschaft.de


Jede fünfte Frau hat zu wenig Eisen im Blut
Müdigkeit, Konzentrationsmangel und rissige Mundwinkel bei Unterversorgung mit wichtigem Mineralstoff - Fleisch als Haupteisenlieferant

Hamburg. Etwa jede fünfte Frau leidet an Eisenmangel, schätzt Peter Nielsen vom Uni-Klinikum Hamburg-Eppendorf. "Bei Männern", so der
Mediziner weiter, "ist die Zahl deutlich geringer". Weniger als ein Prozent weisen ein Defizit des Spurenelements auf, das die Funktion von Haut- und Schleimhautzellen beeinflusst, an so ziemlich jedem Stoffwechselvorgang im Organismus beteiligt und vor allem zur Bildung des roten Blutfarbstoffs unentbehrlich ist. Der Farbstoff, das Hämoglobin, ist im Blut der Sauerstoffträger. Durch ihn werden Muskel-, Gehirn- und überhaupt alle aktiven Körperzellen mit Sauerstoff versorgt.

Frauen, junge Mädchen mit Beginn der Pubertät und Veganer, die sämtliche tierischen Lebensmittel verzichten, zählen zu den Risikogruppen. Wenngleich vereinzelt auch Senioren aufgrund von Kauproblemen Fleisch als Eisenlieferant fehlt, stellen Kinder dennoch die größte Gruppe dar.
Die Ursache einer Blutarmut (Anämie) durch Eisenmangel sollte aber genauestens ermittelt werden, um nicht nur an dem Symptom herumzudoktern. Nielsen: "Wir hatten schon Patienten, die zwar wegen Eisenmangels behandelt wurden, die Grundkrankheit aber eine ganz andere war." Eine
Blutarmut (Anämie) durch Eisenmangel tritt normalerweise bei großen Blutverlusten (Operationen, Unfälle), bei starken Menstruationsblutungen oder geringen, dafür aber chronischen Blutungen (Hämorrhoiden) auf.

Vollkornprodukte, Gemüse und Hülsenfrüchte reichen als Nahrungsquelle bei Kindern allein nicht aus, um das benötigte Eisen - der tägliche Bedarf
liegt bei etwa 10 bis 15 Milligramm, von denen letztlich nur etwa 1 bis 2 Milligramm aufgenommen werden - bereitzustellen, sagt der Experte. "Eisen
wird
über den Darm aufgenommen", erklärt Nielsen. Zweiwertiges Eisen, so wie es im Fleisch vorhanden ist, kann dabei deutlich leichter vom Körper aufgenommen werden als das so genannte dreiwertige Eisen, das aus der pflanzlichen Nahrung kommt. Vitamin C unterstützt im Magen-Darm-Trakt
die Aufnahme des Eisens. Der Glaube, Spinat stünde als Eisenlieferant auf den vorderen Plätzen, ist laut Nielsen nichts weiter als eine Mär', die einst
auf einem Rechenfehler beruhte.

Kommt es zu einem Missverhältnis von Aufnahme und Bedarf, werden zuerst die im Körper vorhandenen Eisenspeicher gelehrt. Der dann schleichend auftretende Eisenmangel macht sich beispielsweise durch Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Kopfschmerzen, Muskelschwäche oder eine brennende Zunge bemerkbar. Rillen in den Finger- und Zehnägeln, rissige Mundwinkel, Kurzatmigkeit und ein Absinken der Leistungsfähigkeit können weitere Anzeichen für einen Mangel sein, der langfristig zu einer Abnahme des Hämoglobingehalts und somit zu einer Anämie führt. Bei Kindern können Störungen der Intelligenzentwicklung auftreten.

In der Schwangerschaft und in der Stillzeit ist der Eisenbedarf besonders hoch. Babys kommen zwar mit einem gewaltigen Vorrat an Hämoglobin auf
die Welt, der sechs bis zwölf Monate vorhält, dann beginnt aber das Wachstum und die Reserven sind schnell erschöpft. Ein Arzt sollte daher bei der Frau während und nach der Schwangerschaft regelmäßig den Eisenwert kontrollieren und ihr bei Bedarf ein zweiwertiges Eisenpräparat verordnen.
Von einer Selbstbehandlung rät Nielsen dagegen eher ab. "Bei einer deutlichen Überdosierung, kann es im Einzelfall zu einer Vergiftung kommen."
Und der Nutzen irgendwelcher Mittelchen aus dem Supermarktregal wäre sowieso "mehr als zweifelhaft".

Wer bei seiner Ernährung gänzlich auf Fleisch verzichten möchte, ohne dadurch einem Eisenmangel Vorschub zu leisten, kann seinen Speiseplan auf eine so genannte ovo-lacto-vegetarische Kost umstellen. Bei dieser Form der Ernährung verschwindet Fleisch vom Speisezettel, Eier, Milch und Milchprodukte sind dagegen erlaubt. Um die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln zu verbessern, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (www.dge.de) dazu, eisenreiches Vollkorngetreide oder Hirse zusammen mit Obst oder Gemüse zu essen. Dagegen ist schwarzer Tee zum Essen als Getränk zu meiden, da unter anderem seine Gerbstoffe die Aufnahme von Eisen mindern. Obstsäfte sind besser geeignet. Wer sich komplett ohne tierische Produkte ernähren will, sollte einen Arzt oder Ernährungsexperten befragen, wie er seinen Speiseplan gestaltet. Generell empfiehlt sich allerdings eine vielseitige und abwechslungsreiche Ernährung - mit oder ohne Fleisch -, um das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit zu unterstützen.
Donnerstag, 17. März 2005
URL: http://www.freiepresse.de/
Von Gunther Sosna


Blutarmut bei chronischen Erkrankungen
Egon Stengl (Quelle: Uni Innsbruck) (14.04.2005) - Die Blutarmut (Anämie) wird auch heute noch häufig falsch diagnostiziert und in der Folge nicht richtig behandelt.
Prof. Günter Weiss von der Universitätsklinik für Innere Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck hat für die weltweit bedeutendste medizinische Fachzeitschrift, das New England Journal of Medicine, das Wissen über die Blutarmut bei chronischen Erkrankungen zusammengefasst und neue Strategien für die Diagnose und Behandlung erarbeitet.
Grund für Blutarmut sind in 80% der Fälle Blutungen bzw. ein Eisenmangel im Körper. Zwei Milliarden Menschen – also jeder dritte Erdenbürger – sind davon betroffen. Auch Patienten mit chronischen Krankheiten wie Krebs, Infektionen oder Autoimmunerkrankungen weisen oft einen relativen Eisenmangel und damit in weiterer Folge eine Blutarmut auf. Dies bedeutet aber nicht immer, dass im Körper zu wenig Eisen vorhanden ist. Vielmehr versucht der Organismus gerade durch die Ablagerung von Eisen in den so genannten Fresszellen des Immunsystems (Makrophagen), den Eisengehalt im Blut zu senken. Damit entzieht er den Krankheitserregern die Lebensgrundlage, da Tumorzellen und Mikroorganismen Eisen als wichtigen Wachstumsfaktor benötigen. Da Eisen – wie von der Innsbrucker Arbeitsgruppe eingehend erforscht – auch massive Effekte auf das Immunsystem ausübt, stellt der Entzug von Eisen bei Infektionen und Tumorer-krankungen eine geniale Abwehrstrategie des Körpers zum Aushungern von Pathogenen dar, was in weiterer Folge auch über komplexe immunologische Mechanismen zur Blutarmut bei chronischen Erkrankungen führt.

Individuelle Wahl der Therapie entscheidend
Allein durch die Bestimmung von Eisen kann zwischen diesen zwei häufigsten Formen der Blutarmut (Eisenmangelanämie durch Blutungen und Anämie chronischer Erkrankungen) nicht unterschieden werden. Die vorliegende Arbeit gibt hierbei Anleitungen zur exakten und möglichst spezifischen diagnostischen Abklärung. "Es ist essentiell, die Ursachen für eine Blutarmut genau zu analysieren und die zugrundeliegende Erkrankung zu erkennen", sagt Prof. Günter Weiss. "Eine unreflektierte Behandlung des Eisenmangels ohne definitive Diagnose kann negative Folgen für den Krankheitsverlauf und die Lebenserwartung der Patienten haben." Da eine Anämie generell nicht nur das Wohlbefinden des Patienten sondern auch die Funktion des Herz-Kreislaufsystems und der Nieren und damit die Lebenserwartung negativ beeinflusst, ist eine sorgfältige und individuell optimierte Auswahl der therapeutischen Maßnahmen zur Behandlung der Blutarmut bei chronischen Erkrankungen entscheidend.

Vor- und Nachteile therapeutischer Maßnahmen
Seit 15 Jahren arbeitet Prof. Weiss über die Ursachen der Blutarmut bei chronischen Erkrankungen, einige wichtige Mechanismen im Eisenstoffwechsel des Körpers konnte er mit seinem Team bereits aufklären. Nun hat er gemeinsam mit Prof. Lawrence T. Goodnough von der Universität Stanford, USA, die zugrunde liegenden Mechanismen von Blutarmut bei chronischen Erkrankungen, die diagnostischen Kriterien und Möglichkeiten und die therapeutischen Maßnah-men kritisch evaluiert. Die Medizin müsse bei der Beurteilung der Blutarmut alle relevanten Faktoren berücksichtigen, um Fehldiagnosen zu vermeiden. In der Behandlung gelte es die Vor- und Nachteile genau abzuwägen. Während eine Blutarmut die Lebenserwartung generell senke, hat der einer Anämie chronischer Erkrankungen zugrunde
liegende Entzug von Eisen auch positive Effekte auf die körpereigene
Immunabwehr gegenüber Tumorzellen und Mikroorganismen. Weiss und Goodnough haben für die Diagnose und die vorhandenen Therapieformen klare Vorgaben zur optimalen Behandlung dieser extrem häufigen aber mitunter noch recht schlecht verstandenen Blutarmut in Abhängigkeit von der zugrundeliegenden Erkrankung erarbeitet.

Eisenstoffwechsel im Blickpunkt
Neben der Blutarmut befasst sich Prof. Weiss mit jenen Mechanismen, mit denen sich der Körper vor dem Eindringen und der Ausbreitung von
Mikroorganismen (Bakterien, Viren) oder Tumor-zellen schützt. Er untersucht dabei, die Funktions- und Wirkungsweise von natürlichen Resistenz-Genen in Immunfresszellen sowie die Rolle von Eisen in der Regulation der Immunabwehr bei Infektionen und Krebs. Ein weiterer Schwerpunkt ist die genetische Hämochromatose, die wohl häufigste Erbkrankheit in unserer Region. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer ungezügelten Aufnahme von Eisen über den Darm. Dieses lagert sich in der Leber, Bauchspeicheldrüse oder im Herzen ab und führt zur fortschreitenden Zerstörung der Organe. Prof. Günter Weiss ist Oberarzt an der Klinischen Abteilung für Allgemeine Innere Medizin und
Leiter des Bereichs Klinische Infektiologie und Immunologie. Seine Forschungen werden vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF), dem Jubiläumsfonds der Nationalbank, dem Medizinischen Forschungsfonds Tirol sowie den National Institutes of Health (NIH) unterstützt.


Orale oder intravenöse Eisentherapie?

Der Eisenhaushalt befindet sich wegen der „physiologischen“ Verluste und der Besonderheiten bei der Resorption in einem recht labilen Gleichgewicht. Nur 20% des gesamten Körpereisens, nämlich 4–5g, können im Organismus gespeichert werden. Jeder vermehrte Blutverlust führt innerhalb weniger Monate zu einem Eisenmangel, der durch die landesübliche Ernährung nur unvollkommen kompensiert wird.

Einige Situationen führen sogar fast zwangsläufig zu einem Eisendefizit:
• Chemotherapie bei Krebskranken
• Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
• Hakenwurminfektionen (übrigens weltweit häufigste Ursache für gastrointestinale Blutverluste)
• Chronisches Nierenversagen
• Chronische Hämo- als auch Peritonealdialyse.

Dieser Eisenmangel tritt außerdem – vor allem bei älteren Patienten – als kardiovaskulärer Risikofaktor in Er-scheinung. Bei jedem Verlust der Trägerkapazität für Sauerstoff im Blut muss das Herz vermehrt Pumparbeit leisten. Das fördert letztlich die Entwicklung einer Herzinsuffizienz und eines Myokardinfarktes.


Aufnahme von Eisen als Ionen (anorganisches Eisen)

Bei Patienten mit einem Eisendefizit werden derzeit hauptsächlich „klassische“ Eisensalze zum Ausgleich der Mangelsituation benutzt. Das sind: Eisen(II)-Chlorid in Vitaferro® Tropfen, Eisen(II)-Fumarat in Rulofer® Kapseln, Eisen(II)-Gluconat in Ferrum Verla® Dragees, Eisen(II)-Glycin-Sulfat-Komplex in ferro sanol® duodenal Kapseln, Eisen(II)-Sulfat in Vitaferro® Kapseln oder Eisenhydrogen-Aspartat in Inzelloval® magensaftresistenten Filmtabletten. Nach der Einnahme überführt die Magensäure die Eisen-Ionen in Lösung. 10–15% werden im Duodenum und oberen Jejunum als zweiwertiges Eisen (Fe2+) bei einem pH von 5–7 resorbiert. Mit zunehmender Dosis nimmt die Absorption von anorganischem Eisen sogar deutlich ab.
Nahrungseisen liegt meist in dreiwertiger Form vor (Fe3+) und muss dann zunächst z.B. durch Ascorbinsäure reduziert werden, um als zweiwertiges Eisen resorbiert werden zu können. Das so genannte mukosale Transferrin an der Oberfläche der Bürstensaumzellen des Darmes als Teil des Eisen-Transport-systems hat dabei eine zentrale Rolle bei der Resorption inne. Junge Darmmukosazellen haben eine hohe Affinität zu ionisiertem Eisen, ältere eine geringere. Die Mukosa-Zellneubildung im Darm wiederum wird durch den Eisenstatus des Organismus und die Aktivität der Hämatopoese geregelt.

Ionisiertes Eisen dockt an Rezeptoren der Bürstensaumzellen des Darmes an. Dreiwertiges Eisen (Fe3+)) wird durch die Ferrireduktase in zweiwertiges Eisen überführt (Fe2+). Dieses dockt an den Integrin-Mobilferrin-Komplex (IMP) oder DMT-1 (Divalent Ion Metal Transporter) an, welcher als Transportprotein die Fe2+-Ionen durch die Zellmembran in das Innere der Zelle schleust. Ferroportin transportiert Fe2+ durch die basolaterale Membran. So gelangt vom resorbierten Eisen ein bestimmter Anteil in die Blutbahn, der restliche wird als mukosales Ferritin gespeichert. Hephaestin bzw. Ferrioxidase oxidiert dann das zweiwertige (Fe2+) in dreiwertiges Eisen (Fe3+). Fe3+ in Transferrinbindung ist die einzige relevante Transportform des Eisens im Organismus. Das im Transferrin gebundene Eisen stellt die Verbindung zwischen Makrophagen und den roten Zellen des Knochenmarks dar.

Die Eisenspeicherung erfolgt vor allem in Form des rasch verfügbaren Ferritins, bei Eisenüberladung durch Überangebot auch im wasserunlöslichen Hämosiderin, woraus es sehr schwer zu mobilisieren ist.

Probleme in Verbindung mit der Einnahme anorganischen Eisens treten vor allem als direkte Toxizität und in Form von Resorptionsstörungen auf. Bei der direkten Toxizität kommt es dosisabhängig zu Symptomen wie Schwarzfärbung des Stuhls (ohne Bedeutung), Durchfälle, Erbrechen, Krämpfe, Mete-orismus, Obstipation, Übelkeit und Völlegefühl, mitunter auch zu Schmerzen. Schwangere klagen öfter über Verstopfung, hervorgerufen durch Eisensalze in Kombination mit Vitaminsupplementen. Eisen wirkt im Darm oftmals als starkes Oxidationsmittel durch Katalysieren von Wasserstoffperoxid zu freien Radikalen, die dann Zellmembranen, Proteine und DNA attackieren (ablaufende Reaktion: Fe2+ + H2O2 = Fe3+ + OH+ + OH-). Das begünstigt auch die Entwicklung der Arteriosklerose. Es ist unter diesen Gesichtspunkten außerdem ohne Bedeutung, ob Eisenpräparate damit beworben werden, magensaftresistent zu sein. Eisenüberladung reduziert die Fähigkeit des myokardialen Gewebes, sich von ischämischen Ereignissen zu erholen.
Zu Störungen der Resorption kommt es beispielsweise bei einer verminderten Magensaftproduktion. Die Empfehlung der Einnahme auf leeren Magen macht wenig Sinn, weil dann die toxischen Effekte deutlich zunehmen. Auch ein niedriger Anteil von zweiwertigem Eisen bei einseitiger Ernährung, ein geringer Anteil reduzierender Substanzen in der Nahrung (z.B. Ascorbinsäure), die Komplexbildung bei starkem Kaffee- oder Teekonsum (Tannine) oder die Bildung schwer löslicher Salze mit Eisen durch Phytate, Oxalate, Phosphate in der Nahrung (das Märchen vom „gesunden“ Spinat), die Einnahme von Kalzium- und Magnesiumsalzen, z.B. in Antazida wie z.B. Rennie® und die kompetitive Bindung anderer Metall-Ionen an den DMT-1-Rezeptor, der dann für ionisiertes Eisen nicht mehr ausreichend zur Verfügung steht, kann die Resorption stören.
Diese mit einem hohen Ausnutzungsgrad stattfindende Variante ist für den Organismus besonders vorteilhaft. Häm kann aus Hämoglobin mithilfe von konzentrierten Säuren extrahiert und in reines Hämin (oxidiertes Häm) überführt werden. Wegen der besonderen Größe und Struktur des Häm-Eisen-Moleküls wird das Häm-Eisen als ganzes Molekül über einen spezifischen Häm-Rezeptor absorbiert. Intestinal wird also kein ionisiertes Eisen frei.
In den Darmmukosazellen wird das Häm-Eisen durch die Hämoxigenase freigesetzt. Damit steht es dem Eisen-Pool zur Verfügung. Dieser Mechanismus ist es, der einerseits die Freisetzung von Eisen-Ionen aus dem Molekülverbund und andererseits die Bindung „fremder“ Metall-Ionen an den Rezeptor verhindert. Deshalb kann es zu keiner Hemmung innerhalb der Häm-Eisen-Absorption kommen. Häm-Eisen ist bei den im Dünndarm vorherrschenden pH-Werten gut resorbierbar. Während die Absorptionsrate bei anderen Eisenverbindungen bei 5% liegt, zeigt sich bei Häm-Eisen eine zeitgleiche Absorptionsrate von bis zu 37%. Nachweislich nimmt mit zunehmender Dosierung die Absorptionsrate bei ionisiertem Eisen deutlich ab, während bei Häm-Eisen eine konstante Aufnahmerate von wenigstens 20% besteht. Häm-Eisen hat im Vergleich zu Eisen-Fumarat bei gleicher Dosierung eine zirka 24fach höhere Bioverfügbarkeit und ist – selbst bei hoch dosierter Gabe – praktisch ohne Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich. Diese außergewöhnliche Absorptionsrate sowie das positive Profil der gastrointestinalen Verträglichkeit (z.B. auch keine Schwarzfärbung des Stuhls) wurden erstmals im Jahr 1979 durch die Entdeckung des spezifischen Häm-Rezeptors im menschlichen Darmepithel erklärt.
Bis vor kurzem stand für diesen zweiten und vorteilhafteren Resorptionsweg kein Präparat zur Verfügung. Die „klassischen“ Medikamente waren und sind solche Verbindungen, bei denen ionisiertes Eisen in Kontakt mit der Darmmukosa tritt, und das mit all den beschriebenen Problemen. Doch die intravenöse Variante ist nicht ohne Haken. Eisen kann subklinische und klinische systemische Infektionen unterhalten. Die Fähigkeit von Bakterien, eisenbindende Faktoren zu sezernieren, steht in direktem Zusammenhang mit ihrer Virulenz. Neuere Arbeiten lassen den Trend erkennen, dass in Zukunft die Gabe von Häm-Eisen eine ebenso effektive Eisenzufuhr ermöglichen wird, wie es derzeit mit intravenösen Präparaten der Fall ist. So könnte die orale Medikation wieder einen erneuten Aufschwung erfahren. Unter dem Namen hemFerin® (PZN: 0849534) steht seit einiger Zeit in Apotheken das allerdings nicht auf GKV-Kosten verordnungsfähige hochwertige Häm-Eisen zu 5 mg in Kapselform à 100 Stück je Packung für die orale Eisensubstitution zur Verfügung. 28.05.2005
http://www.journalmed.de/aktuellview.php?id=602
Dr. med. Herbert Stradtmann
Innere Medizin/Nephrologie,


Flash-News des Tages & WM-Splitter
Wissenswertes aus der Welt der Leichtathletik

Eisenmangel bei Benita Johnson
Ein Eisenmangel wurde bei der australischen Langstrecklerin Benita Johnson als Grund für ihre jüngste Formschwäche ausgemacht. Entsprechende Spritzen sollen der früheren Cross-Weltmeisterin nun wieder für die WM in Helsinki auf die Beine helfen. 3.8.2005


Eisenmangel bei Kindern
Studie belegt: CHrTM Assay von Bayer HealthCare ist signifikant genauer als die Hämoglobinbestimmung
Frühzeitige Entdeckung von Eisenmangel kann Entwicklungsschäden verhindern

PRESSEMITTEILUNG: 09.09.2005 | 10:50 UHR | BAYE

Leverkusen, Freitag - 9. September 2005 - Mit dem CHr™ Assay der Division Diagnostics der Bayer HealthCare AG kann ein Eisenmangel bei Kindern schneller und sicherer entdeckt werden als mit der herkömmlichen Hämoglobinbestimmung. Dies hat eine Studie ergeben, die jetzt im Journal of the American Medical Association (JAMA, Ausgabe August 24/31) veröffentlicht wurde. Durch schnelles Wachstum und eine ungenügende Aufnahme von Eisen aus der Nahrung sind Kinder einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. Eine frühe Erkennung des Eisenmangels ist wichtig, da dieser die geistige und motorische Entwicklung bleibend beeinträchtigen oder gar schädigen kann.

In der am Children’s Hospital der Harvard Medical School in Boston, USA, ausgeführten prospektiven Kohortenstudie wurden bei 202 gesunden Kinder im Alter von neun bis zwölf Monaten der CHr- und der Hämoglobin-Test durchgeführt. Bei einem CHr-Grenzwert (cut-off) von 27,5 pg wurden 83 Prozent der Kinder mit Eisenmangel korrekt identifiziert, mit der Hämoglobinbestimmung (Werte unter 11g/dL) nur 26 Prozent. Insgesamt hatten 23 der 202 Kinder (11,4 Prozent) einen Eisenmangel und 6 (3 Prozent) eine manifeste Eisenmangelanämie. Kinder mit einem CHr-Wert unter 27,5 pg entwickelten in der Folge eine Anämie, die bei einem erneuten Test im zweiten Lebensjahr diagnostiziert wurde.

Der CHr-Test misst den Hämoglobin-Gehalt in den reifenden Vorstufen der roten Blutkörperchen, den Retikulozyten. Der Hämoglobin-Gehalt (CHr) spiegelt die Eisenverfügbarkeit zur Zeit der Retikulozytenbildung im Knochenmark wider. Weil bei der Blutbildung das Retikulozytenstadium nur 24 bis 48 Stunden dauert, kann der CHr-Wert einen klinisch signifikanten Eisenmangel schon sehr frühzeitig aufdecken, betonen die Autoren der Studie. Im Gegensatz dazu bestimmt der Standardtest den Hämoglobin-Gehalt in der gesamten Population roter Blutzellen, die bis zu mehrere Monate alt sein können. Damit erklären die Autoren, dass die Hämoglobin-bestimmung bei der Entdeckung eines Eisenmangels eine signifikant geringere Genauigkeit hatte als die CHr-Bestimmung. Da bei der Entwicklung eines Eisenmangels das Gesamthämoglobin erst in einem späten Stadium abnimmt, ist die Hämoglobin-Bestimmung als Screening-Maßnahme auf einen Eisenmangel schlechter geeignet, führen die Autoren weiter aus. Denn Kinder mit Eisenmangel, die aber noch nicht anämisch (blutarm) sind, werden nicht erfasst und können deshalb nicht behandelt werden.

Schätzungsweise zehn Prozent der Kinder zwischen zwölf und 24 Monaten haben einen Eisenmangel. Dieser entsteht häufig durch Aufnahme eisenarmer Nahrung, z.B. 'Fastfood'. Kinder haben vor allem wegen ihres schnellen Wachstums einen erhöhten Eisenbedarf.

Der Eisenmangel wird üblicherweise mit biochemischen Parametern wie der Bestimmung des Serumeisens, des Ferritins, des Transferrins und der Transferrinsättigung diagnostiziert. Diese Tests sind jedoch für die Praxis als Screening-Maßnahme schlecht geeignet, da die Werte beispielsweise mit der Tageszeit und der Nahrungseisenaufnahme variieren können.

Der CHr™-Test, läuft ausschließlich auf den Hämatologie-Systemen ADVIA® 2120 und 120 von Bayer HealthCare.
 


Der Stoff, von dem das Leben abhängt
Veröffentlicht am: 22.09.2005

Veröffentlicht von: Dipl.-Biol./Journalist Manfred Braun
Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF)
GBF-Wissenschaftler analysieren Enzym-Struktur für die Blutfarbstoffbildung

Häm heißt der rote Farbstoff, von dem das Leben abhängt. Er ist ein wichtiger Bestandteil menschlichen und tierischen Blutes und transportiert den lebenserhaltenden Sauerstoff von der Lunge in das Gewebe. Wissenschaftler der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) und der Technischen Universität Braunschweig (TU) haben jetzt die dreidimensionale Struktur des Enzyms aufgeklärt, das den ersten Schritt der Hämbildung im Körper katalysiert. "Mit unserem Projekt konnten wir ein Stück Wissenschaftsgeschichte abschließen", erklärt GBF-Bereichsleiter Professor Dirk Heinz: Mit ALAS - so der wissenschaftliche Name des Moleküls - seien nun die Strukturen aller an der Häm-Bildung beteiligten Enzyme bekannt. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift EMBO Journal.
Die Herstellung von Häm ist im menschlichen oder tierischen Körper wie eine Fließbandarbeit organisiert: Insgesamt zehn Enzyme haben im Produktionsprozess jeweils eine bestimmte Aufgabe. Sie erhalten vom vorgeschalteten Enzym ein Zwischenprodukt, verändern es gezielt und reichen es dann an das nächste Enzym in der Kette weiter. ALAS (5-Aminolevulinat-Synthase) habe dabei eine besondere Bedeutung, stellt TU-Professor Dieter Jahn fest: "Da dieses Enzym im Syntheseweg an erster Stelle steht, stört eine defekte ALAS die Blutbildung entscheidend. Krankheiten wie Anämien sind die Folge."

Ursache für eine beeinträchtigte ALAS ist ein Defekt auf dem X-Chromosom. Menschen, die davon betroffen sind, leiden an einer schweren Anämie: Obwohl sie keinen Eisenmangel haben - die häufigste Ursache für diese Krankheiten - bildet ihr Körper nur unzureichend roten Blutfarbstoff und wird schlechter mit Sauerstoff versorgt. Symptome reichen von blasser Haut, Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche bis zu schweren Organschäden auf Grund einer toxischen Eisenanreicherung im Gewebe. Den Betroffenen können die Erkenntnisse der Wissenschaftler langfristig helfen: "Mit der nun bekannten ALAS-Struktur wird es möglich, die Ursachen dieser Anämie viel besser zu verstehen, die Symptome zu erklären und später die Therapie zu verbessern", so Arbeitsgruppenleiter Dr. Wolf-Dieter Schubert.

Möglich gemacht hat die Strukturanalyse der ALAS ein Trick der Evolution: An einem biologischen Mechanismus, der sich als erfolgreich erwiesen hat, hält das Leben über Milliarden von Jahren hinweg fest. So auch bei der Biosynthese von Häm: ALAS findet sich schon bei evolutionär sehr alten Bakterien, den so genannten Proteobakterien, die das "Produktionsverfahren" für die Farbstoffe, zu denen auch das Häm gehört, in der Frühzeit des Lebens vor 3,5 Milliarden Jahren entwickelt haben. Für Ihre Untersuchungen konnten die GBF-Wissenschaftler deshalb auf bakterielle ALAS zurückgreifen: Sie ähnelt dem menschlichen Enzym sehr stark - und ist so stabil, dass man es für die strukturanalytischen Untersuchungen aufbereiten kann.

Hinweis für die Medien

Ausführliche Informationen bietet der Originalartikel:
Isabel Astner, Jörg O. Schulze, Joop van den Heuvel, Dieter Jahn, Wolf-Dieter Schubert and Dirk W. Heinz: Crystal structure of 5-aminolevulinate synthase, the first enzyme of heme biosynthesis, and its link to XLSA in humans. The EMBO Journal (2005) 24, 18, 3166-3177

Weitere Informationen:
http://www.gbf.de/presseinformationen
URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news128868


Nur bei festgestelltem Eisenmangel Ersatzpräparate nehmen

Köln - Eisen-Präparate sollten nur bei wirklichem Eisenmangel eingenommen werden. Studien zeigen, dass zu viel Eisen das Risiko erhöhen kann, an Hepatitis B und C und Krebs zu erkranken oder einen Herzinfarkt zu erleiden.
Das berichtet die von Ärzteverbänden in Köln herausgegebene Zeitschrift «medizin heute» (Ausgabe 10/2005). Auch das Gewebe kann durch zu viel Eisen angegriffen werden.
Wer Eisenmangel bei sich vermutet, sollte sich aber von seinem Hausarzt untersuchen lassen und nicht eigenmächtig zu Ersatz-Präparaten greifen, heißt es. Eisen ist im menschlichen Körper für die Bindung und den Transport von Sauerstoff zuständig. Ohne das Spurenelement wäre auch der Gasaustausch in der Lunge nicht möglich. Außerdem unterstützt es Stoffwechselvorgänge, Abwehr- und Entgiftungsmechanismen.
Meldung vom 28.09.2005

 


Zeitschrift online - Ausgabe 02-06
Aktuelle Empfehlungen zur Therapie der Eisenmangelanämie – Update 2006


Eisenmangel und Eisenmangelanämie sind häufige Komplikationen bei chronischen Erkrankungen, treten aber auch bei menstruierenden Frauen und in der Schwangerschaft auf. nsferrin gebunden vor und als Bestandteil der Cytochrome ist Eisen für den Elektronentransport innerhalb der Atmungskette verantwortlich.
Die Eisenmangelanämie ist die klinisch wichtigste Konsequenz eines Eisenmangels. Neben der Anämie kann es bei Eisenmangel durch Aktivitätsminderung eisenabhängiger Enzyme auch zu trophischen Störungen im Bereich der Schleimhäute, zu ausgeprägter Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit kommen.

Weltweit leiden mehr als 1,5 Milliarden Menschen an einer Eisenmangelanämie. Selbst in Westeuropa ist auch heute noch Eisenmangel die häufigste Ursache einer Anämie. Normalerweise beträgt der Eisenverlust nur etwa 1 mg pro Tag, und bei einer täglichen Eisenzufuhr mit der Nahrung von 10 - 20 mg ist eine ausreichende Eisenversorgung trotz relativ geringer Resorptionsrate (10%) gewährleistet. Größere Eisenverluste im Rahmen von Blutungen oder bei verminderter Resorption können relativ rasch zu einem Eisenmangel und Eisenmangelanämie führen. Häufigste Ursache einer Eisenmangelanämie ist der durch die Menstruation bedingte Blutverlust, aber auch persisitierende gastrointestinale Blutverluste können einen Eisenmangel bedingen (1).
Darüber hinaus kann es im Rahmen einer Antikoagulantien-Therapie zu einem chronischen intestinalen Blutverlust konsekutiv zu Eisenmangel kommen. Zur Therapie von Eisenmangelzuständen stehen heute effektive und gut verträgliche enterale (Häm-Eisen, hemFerin®) und parenterale Eisenpräparate (Eisensaccharose, Venofer®) zur Verfügung. Geringe Resorption und mangelnde Verträglichkeit limitieren in der Regel den Einsatz herkömmlicher Eisensalze. Die Eisensaccharose (Venofer®) gilt derzeit als Präparat der Wahl zur parenteralen Eisentherapie (European Best Practice Guidelines), da hiermit eine hochdosierte Eisensubstitution ohne Anaphylaxie (wie bei Cosmofer®) oder akuter Eisentoxizität (wie bei Ferrlecit®) möglich ist.

Der Eisenbestand des Menschen beträgt normalerweise 3 - 5g. Eisen wird als wichtiges Spurenelement für zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt. Als Zentralatom des Porphyringerüsts spielt Eisen in Hämoglobin und Myoglobin eine wichtige Rolle beim Sauerstofftransport. In den Speicher- bzw. Transportformen liegt Eisen an Ferritin oder Hämosiderin bzw. Traen Menschen an einer Eisenmangelanämie. Selbst in Westeuropa ist auch heute noch Eisenmangel die häufigste Ursache einer Anämie. Normalerweise beträgt der Eisenverlust nur etwa 1 mg pro Tag, und bei einer täglichen Eisenzufuhr mit der Nahrung von 10 - 20 mg ist eine ausreichende Eisenversorgung trotz relativ geringer Resorptionsrate (10%) gewährleistet. Größere Eisenverluste im Rahmen von Blutungen oder bei verminderter Resorption können relativ rasch zu einem Eisenmangel und Eisenmangelanämie führen. Häufigste Ursache einer Eisenmangelanämie ist der durch die Menstruation bedingte Blutverlust, aber auch persisitierende gastrointestinale Blutverluste können einen Eisenmangel bedingen (1).

Diagnostik von Eisenmangelzuständen
Zur diagnostischen Beurteilung des Eisenhaushalts können heute alle drei Kompartimente des Eisenstoffwechsels relativ unaufwändig überwacht werden: das Speichereisen durch Bestimmung des Serum-Ferritins, der Eisentransport in der Zirkulation mittels Transferrinsättigung und die Eisenversorgung der Erythropoese entweder durch Bestimmung der hypo-chromen Erythrozyten bzw. des Retikulozyten-Hämoglobins (CHr) oder durch Messung des löslichen Transferrin-Rezeptors.

Ferritin
Das Serumferritin ist ein relativ spezifischer Indikator für die Eisenspeicherung im retikuloendothelialen System. Die Normalwerte liegen für Frauen bei 20 - 200 µg/l, für Männer zwischen 30 und 300 µg/l, wobei eine Ferritin-Konzentration von 10 µg/l etwa 100 mg Speichereisen repräsentiert. Werte unter 15 µg/l gelten als Zeichen eines absoluten Eisenmangels (Tab.1).
.....alles hier http://www.journalmed.de/aktuellview.php?id=644


Helicobacter pylori führt zu Eisenmangel
Menschen, deren Magen mit Helicobacter pylori besiedelt ist, leiden häufiger unter Eisenmangel als Personen ohne das Bakterium. Zu diesem Schluss ist eine Studie an über 7000 Personen in den USA gekommen, die im "American Journal of Epidemiology" veröffentlicht wurde.
Ein Mangel an Eisen im Blut kann zu Müdigkeit, Immun- und Lernschwäche sowie zu Unfruchtbarkeit führen. Die Ursachen sind vielfältig. So kann zum einen die Nahrung zu wenig Eisen enthalten. Zum anderen kann der Körper zwar genug Eisen zugeführt bekommen, es jedoch nur schlecht aufnehmen, oder das Eisen geht wieder verloren, bevor der Körper es verwerten kann. An letzterem ist offenbar in vielen Fällen Helicobacter pylori schuld. Bei Menschen, die den Erreger in sich tragen, ist Eisenmangel um die Hälfte häufiger als bei nicht Infizierten, so das Ergebnis der aktuellen Studie.
Ob der Erreger tatsächlich den Eisenmangel verursacht, ist damit allerdings noch nicht bewiesen. Doch zusätzliche Indizien sprechen dafür. Durch kleinste Blutungen im Magen, vom Patienten unbemerkt, können erhebliche Mengen Eisen verloren gehen. Vermutet wird auch, dass die Bakterien selber Eisen benötigen, das dann dem Körper nicht mehr zur Verfügung steht. l
Quelle: Cardenas VM et al: Am J Epidemiology 2006;163:127


Ernährungs-Tipp
Mit ein paar Ernährungs-Tricks lässt sich die Eisenaufnahme auch ohne Fleisch leicht erhöhen. Ein Glas Orangensaft zum Kartoffelauflauf beispielsweise hilft. Die Zeichen eines Eisenmangels sind deutlich: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, fehlende Belastbarkeit. Bei diesen Symptomen sollten Betroffene beim Hausarzt ein Blutbild machen lassen. "Ein dauerhafter Eisenmangel gehört abgeklärt", sagt Bertil Kluthe, Ernährungsmediziner an der Klinik Hohenfreudenstadt in Freudenstadt (Baden-Württemberg). Eine starke Regelblutung bei Frauen könne die Ursache sein, aber auch Blutverlust über den Darm. Darüber hinaus sind Innereien, Muskelfleisch vom Rind, Fisch und Geflügel gute Eisenquellen. So enthalten 100 Gramm Leber 10,4 Milligramm (mg) Eisen, die gleiche Menge Rindsfilet immerhin noch 3,3 mg. Bei den pflanzlichen Nahrungsmitteln stehen Kürbiskerne oder Sesamsamen weit oben auf der Hitliste der Eisenlieferanten.
http://www.welt.de/welt_print/article1592519/Ernaehrungs-Tipp.html 26. Januar 2008