EISENSTUDIEN
| Sportmedizinische
Newsletter zu Vitaminen, Doping, Antioxidantien und Sportmedizin eintragen! oder über diese Mail anfordern Bücher: Vitamine-Spurenelemente-Mineralien Doping Erkrankungen Training-Sportmedizin Ernaehrung Sportverletzungen-Massage-Reha
|
|
| Eisen-Studien
Eisenmangel bei Läufern Einfluß einer 12 wöchigen Eisensubstitution auf Blutvolumen und maximale Leistungsfähigkeit bei Leistungssportlerlern/innen mit latentem Eisenmangel Herzkreislauferkrankungen / Ergebnisse zweier Studien Hohe Eisenspiegel im Blut steigern das Risiko für einen Herzinfarkt Kommentar Von Heinz Dieter Rödder --Aufwind für die Eisen-Hypothese Vitamin C verbessert die Eisenresorption 42 Frauen mit erniedrigtem Ferritinspiegel Eisenstoffwechsel, Anämien. Therapie und Diagnose. Neue Konzepte bei Renaler Anämie und Rheumatoider Arthritis von M. Wick, W. Pinggera, P. Lehmann Broschiert - 218 Seiten - Erscheinungsdatum: September 2000 Hier bestellen! |
|
Sind Sie müde, schlapp, unkonzentriert und anfälliger für
Erkältungskrankheiten? Schmerzt das Schlucken, sind Ihre Haare oder
Nägel brüchig, Ihre Haut blass oder trocken und die Mundwinkel
eingerissen? Das könnte auf einen Eisenmangel hindeuten. Auch kalte
Hände und Füße, Schlaflosigkeit, Libidostörungen und Impotenz sind
Symptome. |
Handbuch Medikamente. Vom Arzt verordnet - Für Sie bewertet. Stiftung Warentest
Preis: EUR 39,88
Ernährung im Sport.
Das Profibuch! Kalorientabellen.
Checkliste Ernährung
von Suter Handbuch Sportlerernährung. Die Anabole
Diät
Magnesium
und Calcium. Magnesium
und Gesundheit
Ullrich Strunz
Forever
young, Das Ernährungsprogramm Mehr Leistung durch optimale Ernährung Abnehmen? Fatburner. Marlisa Szwillus
Fettabbau. Schlank werden und bleiben.
Trink dich fit. Handbuch für das richtige Trinken im Sport.
Sporternährung.
HIGH ENERGY FÜR
CHAMPIONS.
Fettarm
genießen. Neue
Diätpillen. Präparate und Kombinationen für beschleunigten Fettabbau.
Burgersteins Handbuch Nährstoffe. Vorbeugen und heilen durch ausgewogene
Ernährung.von
Lothar Burgerstein
Neue Power durch
weniger Fett und Kalorien. Ernährung, Immunität, Krebsvorsorge.
Gesund durch natürliche Lebensmittel Fit durch Proteine. Powernahrung für Fitness
und Vitalität. Wasser und Salz. Urquell
des Lebens. Lexikon
Nahrungsergänzungsmittel im Trend. Der Anti- Aging- Plan.
Nahrungsergänzungsmittel zur Zellverjüngung.
Handbuch Protein und Aminosäuren |
Studie: Zu wenig Eisen in den Zellen des
Mittelhirns könnte Ursache des Restless-Legs-Syndroms sein
US-amerikanische Wissenschaftler vom Penn State College für Medizin in
Hershey haben herausgefunden, dass möglicherweise ein Mangel an Eisen in
den Zellen des Mittelhirns die Ursache für das Syndrom der unruhigen
Beine, das so genannte Restless-Legs-Syndrom (RLS), sein könnte.
Bei der genaueren Untersuchung der Aktivierung des Enzyms Tyrosin
Hydroxylase (TH), das die Herstellung von Dopamin steuert, sind sie auf
diesen Zusammenhang aufmerksam geworden. TH wird bei Eisenmangel in
großen Mengen aktiviert. Allerdings bildet sich dadurch nicht - wie von
den Forschern erwartet - mehr Dopamin. Hierzu, so vermuten die Forscher,
ist offenbar auch Eisen notwendig.
Dopamin ist ein Botenstoff, der Signale aus dem Gehirn auch an den
Bewegungsapparat weiterleitet. Fehlt es, kann es zu RLS kommen: einem
unangenehmen Kribbeln und ziehenden Schmerzen in den Beinen sowie
allgemeiner motorischer Unruhe. Unter diesen Beschwerden, die meist
abends und nachts auftreten und Schlafstörungen verursachen, leiden fünf
bis zehn Prozent der Bevölkerung, meist Frauen.
Die Wissenschaftler wollen RLS nun mit einer Gabe von Eisen und Dopamin
behandeln und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den beiden Substanzen
erreichen. Bisher wird das Syndrom der unruhigen Beine meist mit einem
Parkinson-Medikament behandelt, das dem Körper nur zusätzliches Dopamin
liefert.04.11.2004
http://www.lexonline.info
Restless-Legs-Syndrom auch bei Kindern verbreitet
Unruhige Kinderbeine
31.12.2004 - Gesundheit
Das so genannte Restless-Legs-Syndrom kann schon bei Kindern auftreten.
Das haben amerikanische Forscher bei der Untersuchung von mehr als
500 Kindern festgestellt, die unter Schlafstörungen litten. Dabei fanden
die Wissenschaftler bei sechs Prozent der Kleinen die für die Krankheit
typischen Missempfindungen an den Beinen. Besonders häufig betroffen
waren Kinder mit Eisenmangel
oder Kinder, deren Eltern ebenfalls unter
dem
Restless-Legs-Syndrom leiden, berichten Suresh Kotagal und
Michael Silber von der Mayo-Klinik in Rochester in der Fachzeitschrift
Frühere Studien hatten gezeigt, dass das Risiko für das
Restless-Legs-Syndrom mit dem Alter steigt. Nach den Ergebnissen von
Kotagal und Silber kann die Krankheit aber offenbar auch schon im
Kindesalter auftreten. Die Wissenschaftler hatten die Krankenberichte
von 538 Kindern ausgewertet
und dabei 32 Fälle des Syndroms entdeckt. 83 Prozent der Betroffenen
hatten einen ungewöhnlich niedrigen Eisenspiegel im Blut, und bei 72
Prozent war mindestens ein Elternteil ebenfalls erkrankt, wobei die
Mütter dreimal häufiger betroffen waren als die Väter.
Bei Kindern werde das Syndrom häufig übersehen oder mit den so genannten
Wachstumsschmerzen verwechselt, die hin und wieder während
der kindlichen Entwicklung auftreten, erklärt Kotagal. Bei Symptomen wie
regelmäßigen Schlafstörungen oder nächtlichem Bewegungsdrang sollten
Eltern daher auch an das Restless-Legs-Syndrom denken. Da einige der
Kinder außerdem Aufmerksamkeitsstörungen zeigten, hält Kotagal es für
möglich, dass es auch einen Zusammenhang zwischen dem
Restless-Legs-Syndrom und der Aufmerksamkeitsdefizit-Störung
ADS geben könnte.
Menschen mit der auch als "Tanzende Beine" oder "Unruhige Beine"
bezeichneten Krankheit leiden unter unangenehmen Empfindungsstörungen
wie Kribbeln oder ziehenden Schmerzen in den Beinen. Seinen Namen hat
das Syndrom von dem heftigen Bewegungsdrang, der mit diesen
Empfindungen einhergeht. Häufig treten die Symptome nachts und in
Ruhephasen auf, wenn die Beine entspannt werden. Die Folge sind
Schlafstörungen und dadurch verursachte chronische Müdigkeit. Der Grund
für diese Symptome ist wahrscheinlich eine Störung des
Dopamin-Stoffwechsels im Gehirn. Diese kann mit
Dopamin-Ersatzmedikamenten ausgeglichen werden.
http://www.wissenschaft.de
Jede fünfte Frau hat zu wenig
Eisen im Blut
Müdigkeit, Konzentrationsmangel und rissige Mundwinkel bei
Unterversorgung mit wichtigem Mineralstoff - Fleisch als
Haupteisenlieferant
Hamburg. Etwa jede fünfte Frau leidet an Eisenmangel, schätzt Peter
Nielsen vom Uni-Klinikum Hamburg-Eppendorf. "Bei Männern", so der
Mediziner weiter, "ist die Zahl deutlich geringer". Weniger als ein
Prozent weisen ein Defizit des Spurenelements auf, das die Funktion von
Haut- und Schleimhautzellen beeinflusst, an so ziemlich jedem
Stoffwechselvorgang im Organismus beteiligt und vor allem zur Bildung
des roten Blutfarbstoffs unentbehrlich ist. Der Farbstoff, das
Hämoglobin, ist im Blut der Sauerstoffträger. Durch ihn werden Muskel-,
Gehirn- und überhaupt alle aktiven Körperzellen mit Sauerstoff versorgt.
Frauen, junge Mädchen mit Beginn der Pubertät und Veganer, die sämtliche
tierischen Lebensmittel verzichten, zählen zu den Risikogruppen.
Wenngleich vereinzelt auch Senioren aufgrund von Kauproblemen Fleisch
als Eisenlieferant fehlt, stellen Kinder dennoch die größte Gruppe dar.
Die Ursache einer Blutarmut (Anämie) durch Eisenmangel sollte aber
genauestens ermittelt werden, um nicht nur an dem Symptom
herumzudoktern. Nielsen: "Wir hatten schon Patienten, die zwar wegen
Eisenmangels behandelt wurden, die Grundkrankheit aber eine ganz andere
war." Eine
Blutarmut (Anämie) durch Eisenmangel tritt normalerweise bei großen
Blutverlusten (Operationen, Unfälle), bei starken Menstruationsblutungen
oder geringen, dafür aber chronischen Blutungen (Hämorrhoiden) auf.
Vollkornprodukte, Gemüse und Hülsenfrüchte reichen als Nahrungsquelle
bei Kindern allein nicht aus, um das benötigte Eisen - der tägliche
Bedarf
liegt bei etwa 10 bis 15 Milligramm, von denen letztlich nur etwa 1 bis
2 Milligramm aufgenommen werden - bereitzustellen, sagt der Experte.
"Eisen
wird
über den Darm aufgenommen", erklärt Nielsen. Zweiwertiges Eisen, so wie
es im Fleisch vorhanden ist, kann dabei deutlich leichter vom Körper
aufgenommen werden als das so genannte dreiwertige Eisen, das aus der
pflanzlichen Nahrung kommt.
Vitamin C
unterstützt im Magen-Darm-Trakt
die Aufnahme des Eisens. Der Glaube, Spinat stünde als Eisenlieferant
auf den vorderen Plätzen, ist laut Nielsen nichts weiter als eine Mär',
die einst
auf einem Rechenfehler beruhte.
Kommt es zu einem Missverhältnis von Aufnahme und Bedarf, werden zuerst
die im Körper vorhandenen Eisenspeicher gelehrt. Der dann schleichend
auftretende Eisenmangel macht sich beispielsweise durch Müdigkeit,
Konzentrationsmangel, Kopfschmerzen, Muskelschwäche oder eine brennende
Zunge bemerkbar. Rillen in den Finger- und Zehnägeln, rissige
Mundwinkel, Kurzatmigkeit und ein Absinken der Leistungsfähigkeit können
weitere Anzeichen für einen Mangel sein, der langfristig zu einer
Abnahme des Hämoglobingehalts und somit zu einer Anämie führt. Bei
Kindern können Störungen der Intelligenzentwicklung auftreten.
In der Schwangerschaft und in der Stillzeit ist der Eisenbedarf
besonders hoch. Babys kommen zwar mit einem gewaltigen Vorrat an
Hämoglobin auf
die Welt, der sechs bis zwölf Monate vorhält, dann beginnt aber das
Wachstum und die Reserven sind schnell erschöpft. Ein Arzt sollte daher
bei der Frau während und nach der Schwangerschaft regelmäßig den
Eisenwert kontrollieren und ihr bei Bedarf ein zweiwertiges
Eisenpräparat verordnen.
Von einer Selbstbehandlung rät Nielsen dagegen eher ab. "Bei einer
deutlichen Überdosierung, kann es im Einzelfall zu einer Vergiftung
kommen."
Und der Nutzen irgendwelcher Mittelchen aus dem Supermarktregal wäre
sowieso "mehr als zweifelhaft".
Wer bei seiner Ernährung gänzlich auf Fleisch verzichten möchte, ohne
dadurch einem Eisenmangel Vorschub zu leisten, kann seinen Speiseplan
auf eine so genannte ovo-lacto-vegetarische Kost umstellen. Bei dieser
Form der Ernährung verschwindet Fleisch vom Speisezettel, Eier, Milch
und Milchprodukte sind dagegen erlaubt. Um die Eisenaufnahme aus
pflanzlichen Lebensmitteln zu verbessern, rät die Deutsche Gesellschaft
für Ernährung (www.dge.de) dazu, eisenreiches Vollkorngetreide oder
Hirse zusammen mit Obst oder Gemüse zu essen. Dagegen ist schwarzer Tee
zum Essen als Getränk zu meiden, da unter anderem seine Gerbstoffe die
Aufnahme von Eisen mindern. Obstsäfte sind besser geeignet. Wer sich
komplett ohne tierische Produkte ernähren will, sollte einen Arzt oder
Ernährungsexperten befragen, wie er seinen Speiseplan gestaltet.
Generell empfiehlt sich allerdings eine vielseitige und
abwechslungsreiche Ernährung - mit oder ohne Fleisch -, um das eigene
Wohlbefinden und die Gesundheit zu unterstützen.
Donnerstag, 17. März 2005
URL: http://www.freiepresse.de/
Von Gunther Sosna
Blutarmut bei chronischen Erkrankungen
Egon Stengl (Quelle: Uni Innsbruck) (14.04.2005) - Die Blutarmut (Anämie) wird
auch heute noch häufig falsch diagnostiziert und in der Folge nicht richtig
behandelt.
Prof. Günter Weiss von der Universitätsklinik für Innere Medizin der
Medizinischen Universität Innsbruck hat für die weltweit bedeutendste
medizinische Fachzeitschrift, das New England Journal of Medicine, das Wissen
über die Blutarmut bei chronischen Erkrankungen zusammengefasst und neue
Strategien für die Diagnose und Behandlung erarbeitet.
Grund für Blutarmut sind in 80% der Fälle Blutungen bzw. ein Eisenmangel im
Körper. Zwei Milliarden Menschen – also jeder dritte Erdenbürger – sind davon
betroffen. Auch Patienten mit chronischen Krankheiten wie Krebs, Infektionen
oder Autoimmunerkrankungen weisen oft einen relativen Eisenmangel und damit in
weiterer Folge eine Blutarmut auf. Dies bedeutet aber nicht immer, dass im
Körper zu wenig Eisen vorhanden ist. Vielmehr versucht der Organismus gerade
durch die Ablagerung von Eisen in den so genannten Fresszellen des Immunsystems
(Makrophagen), den Eisengehalt im Blut zu senken. Damit entzieht er den
Krankheitserregern die Lebensgrundlage, da Tumorzellen und Mikroorganismen Eisen
als wichtigen Wachstumsfaktor benötigen. Da Eisen – wie von der Innsbrucker
Arbeitsgruppe eingehend erforscht – auch massive Effekte auf das Immunsystem
ausübt, stellt der Entzug von Eisen bei Infektionen und Tumorer-krankungen eine
geniale Abwehrstrategie des Körpers zum Aushungern von Pathogenen dar, was in
weiterer Folge auch über komplexe immunologische Mechanismen zur Blutarmut bei
chronischen Erkrankungen führt.
Individuelle Wahl der Therapie entscheidend
Allein durch die Bestimmung von Eisen kann zwischen diesen zwei häufigsten
Formen der Blutarmut (Eisenmangelanämie durch Blutungen und Anämie chronischer
Erkrankungen) nicht unterschieden werden. Die vorliegende Arbeit gibt hierbei
Anleitungen zur exakten und möglichst spezifischen diagnostischen Abklärung. "Es
ist essentiell, die Ursachen für eine Blutarmut genau zu analysieren und die
zugrundeliegende Erkrankung zu erkennen", sagt Prof. Günter Weiss. "Eine
unreflektierte Behandlung des Eisenmangels ohne definitive Diagnose kann
negative Folgen für den Krankheitsverlauf und die Lebenserwartung der Patienten
haben." Da eine Anämie generell nicht nur das Wohlbefinden des Patienten sondern
auch die Funktion des Herz-Kreislaufsystems und der Nieren und damit die
Lebenserwartung negativ beeinflusst, ist eine sorgfältige und individuell
optimierte Auswahl der therapeutischen Maßnahmen zur Behandlung der Blutarmut
bei chronischen Erkrankungen entscheidend.
Vor- und Nachteile therapeutischer Maßnahmen
Seit 15 Jahren arbeitet Prof. Weiss über die Ursachen der Blutarmut bei
chronischen Erkrankungen, einige wichtige Mechanismen im Eisenstoffwechsel des
Körpers konnte er mit seinem Team bereits aufklären. Nun hat er gemeinsam mit
Prof. Lawrence T. Goodnough von der Universität Stanford, USA, die zugrunde
liegenden Mechanismen von Blutarmut bei chronischen Erkrankungen, die
diagnostischen Kriterien und Möglichkeiten und die therapeutischen Maßnah-men
kritisch evaluiert. Die Medizin müsse bei der Beurteilung der Blutarmut alle
relevanten Faktoren berücksichtigen, um Fehldiagnosen zu vermeiden. In der
Behandlung gelte es die Vor- und Nachteile genau abzuwägen. Während eine
Blutarmut die Lebenserwartung generell senke, hat der einer Anämie chronischer
Erkrankungen zugrunde
liegende Entzug von Eisen auch positive Effekte auf die körpereigene
Immunabwehr gegenüber Tumorzellen und Mikroorganismen. Weiss und Goodnough haben
für die Diagnose und die vorhandenen Therapieformen klare Vorgaben zur optimalen
Behandlung dieser extrem häufigen aber mitunter noch recht schlecht verstandenen
Blutarmut in Abhängigkeit von der zugrundeliegenden Erkrankung erarbeitet.
Eisenstoffwechsel im Blickpunkt
Neben der Blutarmut befasst sich Prof. Weiss mit jenen Mechanismen, mit denen
sich der Körper vor dem Eindringen und der Ausbreitung von
Mikroorganismen (Bakterien, Viren) oder Tumor-zellen schützt. Er untersucht
dabei, die Funktions- und Wirkungsweise von natürlichen Resistenz-Genen in
Immunfresszellen sowie die Rolle von Eisen in der Regulation der Immunabwehr bei
Infektionen und Krebs. Ein weiterer Schwerpunkt ist die genetische
Hämochromatose, die wohl häufigste Erbkrankheit in unserer Region. Bei dieser
Erkrankung kommt es zu einer ungezügelten Aufnahme von Eisen über den Darm.
Dieses lagert sich in der Leber, Bauchspeicheldrüse oder im Herzen ab und führt
zur fortschreitenden Zerstörung der Organe. Prof. Günter Weiss ist Oberarzt an
der Klinischen Abteilung für Allgemeine Innere Medizin und
Leiter des Bereichs Klinische Infektiologie und Immunologie. Seine Forschungen
werden vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF), dem Jubiläumsfonds der
Nationalbank, dem Medizinischen Forschungsfonds Tirol sowie den National
Institutes of Health (NIH) unterstützt.
Orale oder intravenöse Eisentherapie?
Der Eisenhaushalt befindet sich wegen der „physiologischen“ Verluste und der
Besonderheiten bei der Resorption in einem recht labilen Gleichgewicht. Nur 20%
des gesamten Körpereisens, nämlich 4–5g, können im Organismus gespeichert
werden. Jeder vermehrte Blutverlust führt innerhalb weniger Monate zu einem
Eisenmangel, der durch die landesübliche Ernährung nur unvollkommen kompensiert
wird.
Einige Situationen führen sogar fast zwangsläufig zu einem Eisendefizit:
• Chemotherapie bei Krebskranken
• Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
• Hakenwurminfektionen (übrigens weltweit häufigste Ursache für
gastrointestinale Blutverluste)
• Chronisches Nierenversagen
• Chronische Hämo- als auch Peritonealdialyse.
Dieser Eisenmangel tritt außerdem – vor allem bei älteren Patienten – als
kardiovaskulärer Risikofaktor in Er-scheinung. Bei jedem Verlust der
Trägerkapazität für Sauerstoff im Blut muss das Herz vermehrt Pumparbeit
leisten. Das fördert letztlich die Entwicklung einer Herzinsuffizienz und eines
Myokardinfarktes.
Aufnahme von Eisen als Ionen (anorganisches Eisen)
Bei Patienten mit einem Eisendefizit werden derzeit hauptsächlich „klassische“
Eisensalze zum Ausgleich der Mangelsituation benutzt. Das sind:
Eisen(II)-Chlorid in Vitaferro® Tropfen, Eisen(II)-Fumarat in Rulofer® Kapseln,
Eisen(II)-Gluconat in Ferrum Verla® Dragees, Eisen(II)-Glycin-Sulfat-Komplex in
ferro sanol® duodenal Kapseln, Eisen(II)-Sulfat in Vitaferro® Kapseln oder
Eisenhydrogen-Aspartat in Inzelloval® magensaftresistenten Filmtabletten. Nach
der Einnahme überführt die Magensäure die Eisen-Ionen in Lösung. 10–15% werden
im Duodenum und oberen Jejunum als zweiwertiges Eisen (Fe2+) bei einem pH von
5–7 resorbiert. Mit zunehmender Dosis nimmt die Absorption von anorganischem
Eisen sogar deutlich ab.
Nahrungseisen liegt meist in dreiwertiger Form vor (Fe3+) und muss dann zunächst
z.B. durch Ascorbinsäure reduziert werden, um als zweiwertiges Eisen resorbiert
werden zu können. Das so genannte mukosale Transferrin an der Oberfläche der
Bürstensaumzellen des Darmes als Teil des Eisen-Transport-systems hat dabei eine
zentrale Rolle bei der Resorption inne. Junge Darmmukosazellen haben eine hohe
Affinität zu ionisiertem Eisen, ältere eine geringere. Die Mukosa-Zellneubildung
im Darm wiederum wird durch den Eisenstatus des Organismus und die Aktivität der
Hämatopoese geregelt.
Ionisiertes Eisen dockt an Rezeptoren der Bürstensaumzellen des Darmes an.
Dreiwertiges Eisen (Fe3+)) wird durch die Ferrireduktase in zweiwertiges Eisen
überführt (Fe2+). Dieses dockt an den Integrin-Mobilferrin-Komplex (IMP) oder
DMT-1 (Divalent Ion Metal Transporter) an, welcher als Transportprotein die
Fe2+-Ionen durch die Zellmembran in das Innere der Zelle schleust. Ferroportin
transportiert Fe2+ durch die basolaterale Membran. So gelangt vom resorbierten
Eisen ein bestimmter Anteil in die Blutbahn, der restliche wird als mukosales
Ferritin gespeichert. Hephaestin bzw. Ferrioxidase oxidiert dann das zweiwertige
(Fe2+) in dreiwertiges Eisen (Fe3+). Fe3+ in Transferrinbindung ist die einzige
relevante Transportform des Eisens im Organismus. Das im Transferrin gebundene
Eisen stellt die Verbindung zwischen Makrophagen und den roten Zellen des
Knochenmarks dar.
Die Eisenspeicherung erfolgt vor allem in Form des rasch verfügbaren Ferritins,
bei Eisenüberladung durch Überangebot auch im wasserunlöslichen Hämosiderin,
woraus es sehr schwer zu mobilisieren ist.
Probleme in Verbindung mit der Einnahme anorganischen Eisens treten vor allem
als direkte Toxizität und in Form von Resorptionsstörungen auf. Bei der direkten
Toxizität kommt es dosisabhängig zu Symptomen wie Schwarzfärbung des Stuhls
(ohne Bedeutung), Durchfälle, Erbrechen, Krämpfe, Mete-orismus, Obstipation,
Übelkeit und Völlegefühl, mitunter auch zu Schmerzen. Schwangere klagen öfter
über Verstopfung, hervorgerufen durch Eisensalze in Kombination mit
Vitaminsupplementen. Eisen wirkt im Darm oftmals als starkes Oxidationsmittel
durch Katalysieren von Wasserstoffperoxid zu freien Radikalen, die dann
Zellmembranen, Proteine und DNA attackieren (ablaufende Reaktion: Fe2+ + H2O2 =
Fe3+ + OH+ + OH-). Das begünstigt auch die Entwicklung der Arteriosklerose. Es
ist unter diesen Gesichtspunkten außerdem ohne Bedeutung, ob Eisenpräparate
damit beworben werden, magensaftresistent zu sein. Eisenüberladung reduziert die
Fähigkeit des myokardialen Gewebes, sich von ischämischen Ereignissen zu
erholen.
Zu Störungen der Resorption kommt es beispielsweise bei einer verminderten
Magensaftproduktion. Die Empfehlung der Einnahme auf leeren Magen macht wenig
Sinn, weil dann die toxischen Effekte deutlich zunehmen. Auch ein niedriger
Anteil von zweiwertigem Eisen bei einseitiger Ernährung, ein geringer Anteil
reduzierender Substanzen in der Nahrung (z.B. Ascorbinsäure), die Komplexbildung
bei starkem Kaffee- oder Teekonsum (Tannine) oder die Bildung schwer löslicher
Salze mit Eisen durch Phytate, Oxalate, Phosphate in der Nahrung (das Märchen
vom „gesunden“ Spinat), die Einnahme von Kalzium- und Magnesiumsalzen, z.B. in
Antazida wie z.B. Rennie® und die kompetitive Bindung anderer Metall-Ionen an
den DMT-1-Rezeptor, der dann für ionisiertes Eisen nicht mehr ausreichend zur
Verfügung steht, kann die Resorption stören.
Diese mit einem hohen Ausnutzungsgrad stattfindende Variante ist für den
Organismus besonders vorteilhaft. Häm kann aus Hämoglobin mithilfe von
konzentrierten Säuren extrahiert und in reines Hämin (oxidiertes Häm) überführt
werden. Wegen der besonderen Größe und Struktur des Häm-Eisen-Moleküls wird das
Häm-Eisen als ganzes Molekül über einen spezifischen Häm-Rezeptor absorbiert.
Intestinal wird also kein ionisiertes Eisen frei.
In den Darmmukosazellen wird das Häm-Eisen durch die Hämoxigenase freigesetzt.
Damit steht es dem Eisen-Pool zur Verfügung. Dieser Mechanismus ist es, der
einerseits die Freisetzung von Eisen-Ionen aus dem Molekülverbund und
andererseits die Bindung „fremder“ Metall-Ionen an den Rezeptor verhindert.
Deshalb kann es zu keiner Hemmung innerhalb der Häm-Eisen-Absorption kommen.
Häm-Eisen ist bei den im Dünndarm vorherrschenden pH-Werten gut resorbierbar.
Während die Absorptionsrate bei anderen Eisenverbindungen bei 5% liegt, zeigt
sich bei Häm-Eisen eine zeitgleiche Absorptionsrate von bis zu 37%. Nachweislich
nimmt mit zunehmender Dosierung die Absorptionsrate bei ionisiertem Eisen
deutlich ab, während bei Häm-Eisen eine konstante Aufnahmerate von wenigstens
20% besteht. Häm-Eisen hat im Vergleich zu Eisen-Fumarat bei gleicher Dosierung
eine zirka 24fach höhere Bioverfügbarkeit und ist – selbst bei hoch dosierter
Gabe – praktisch ohne Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich. Diese
außergewöhnliche Absorptionsrate sowie das positive Profil der
gastrointestinalen Verträglichkeit (z.B. auch keine Schwarzfärbung des Stuhls)
wurden erstmals im Jahr 1979 durch die Entdeckung des spezifischen Häm-Rezeptors
im menschlichen Darmepithel erklärt.
Bis vor kurzem stand für diesen zweiten und vorteilhafteren Resorptionsweg kein
Präparat zur Verfügung. Die „klassischen“ Medikamente waren und sind solche
Verbindungen, bei denen ionisiertes Eisen in Kontakt mit der Darmmukosa tritt,
und das mit all den beschriebenen Problemen. Doch die intravenöse Variante ist
nicht ohne Haken. Eisen kann subklinische und klinische systemische Infektionen
unterhalten. Die Fähigkeit von Bakterien, eisenbindende Faktoren zu sezernieren,
steht in direktem Zusammenhang mit ihrer Virulenz. Neuere Arbeiten lassen den
Trend erkennen, dass in Zukunft die Gabe von Häm-Eisen eine ebenso effektive
Eisenzufuhr ermöglichen wird, wie es derzeit mit intravenösen Präparaten der
Fall ist. So könnte die orale Medikation wieder einen erneuten Aufschwung
erfahren. Unter dem Namen hemFerin® (PZN: 0849534) steht seit einiger Zeit in
Apotheken das allerdings nicht auf GKV-Kosten verordnungsfähige hochwertige
Häm-Eisen zu 5 mg in Kapselform à 100 Stück je Packung für die orale
Eisensubstitution zur Verfügung. 28.05.2005
http://www.journalmed.de/aktuellview.php?id=602
Dr. med. Herbert Stradtmann
Innere Medizin/Nephrologie,
Flash-News des Tages & WM-Splitter
Wissenswertes aus der Welt der Leichtathletik
Eisenmangel
bei Benita Johnson
Ein Eisenmangel wurde bei der australischen Langstrecklerin Benita Johnson als
Grund für ihre jüngste Formschwäche ausgemacht. Entsprechende Spritzen sollen
der früheren Cross-Weltmeisterin nun wieder für die WM in Helsinki auf die Beine
helfen. 3.8.2005
Eisenmangel bei Kindern
Studie belegt: CHrTM Assay von Bayer HealthCare ist signifikant genauer als die
Hämoglobinbestimmung
Frühzeitige Entdeckung von Eisenmangel kann Entwicklungsschäden verhindern
PRESSEMITTEILUNG: 09.09.2005 | 10:50 UHR | BAYE
Leverkusen, Freitag - 9. September 2005 - Mit dem CHr™ Assay der Division
Diagnostics der Bayer HealthCare AG kann ein Eisenmangel bei Kindern schneller
und sicherer entdeckt werden als mit der herkömmlichen Hämoglobinbestimmung.
Dies hat eine Studie ergeben, die jetzt im Journal of the American Medical
Association (JAMA, Ausgabe August 24/31) veröffentlicht wurde. Durch schnelles
Wachstum und eine ungenügende Aufnahme von Eisen aus der Nahrung sind Kinder
einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. Eine frühe Erkennung des Eisenmangels
ist wichtig, da dieser die geistige und motorische Entwicklung bleibend
beeinträchtigen oder gar schädigen kann.
In der am Children’s Hospital der Harvard Medical School in Boston, USA,
ausgeführten prospektiven Kohortenstudie wurden bei 202 gesunden Kinder im Alter
von neun bis zwölf Monaten der CHr- und der Hämoglobin-Test durchgeführt. Bei
einem CHr-Grenzwert (cut-off) von 27,5 pg wurden 83 Prozent der Kinder mit
Eisenmangel korrekt identifiziert, mit der Hämoglobinbestimmung (Werte unter
11g/dL) nur 26 Prozent. Insgesamt hatten 23 der 202 Kinder (11,4 Prozent) einen
Eisenmangel und 6 (3 Prozent) eine manifeste Eisenmangelanämie. Kinder mit einem
CHr-Wert unter 27,5 pg entwickelten in der Folge eine Anämie, die bei einem
erneuten Test im zweiten Lebensjahr diagnostiziert wurde.
Der CHr-Test misst den Hämoglobin-Gehalt in den reifenden Vorstufen der roten
Blutkörperchen, den Retikulozyten. Der Hämoglobin-Gehalt (CHr) spiegelt die
Eisenverfügbarkeit zur Zeit der Retikulozytenbildung im Knochenmark wider. Weil
bei der Blutbildung das Retikulozytenstadium nur 24 bis 48 Stunden dauert, kann
der CHr-Wert einen klinisch signifikanten Eisenmangel schon sehr frühzeitig
aufdecken, betonen die Autoren der Studie. Im Gegensatz dazu bestimmt der
Standardtest den Hämoglobin-Gehalt in der gesamten Population roter Blutzellen,
die bis zu mehrere Monate alt sein können. Damit erklären die Autoren, dass die
Hämoglobin-bestimmung bei der Entdeckung eines Eisenmangels eine signifikant
geringere Genauigkeit hatte als die CHr-Bestimmung. Da bei der Entwicklung eines
Eisenmangels das Gesamthämoglobin erst in einem späten Stadium abnimmt, ist die
Hämoglobin-Bestimmung als Screening-Maßnahme auf einen Eisenmangel schlechter
geeignet, führen die Autoren weiter aus. Denn Kinder mit Eisenmangel, die aber
noch nicht anämisch (blutarm) sind, werden nicht erfasst und können deshalb
nicht behandelt werden.
Schätzungsweise zehn Prozent der Kinder zwischen zwölf und 24 Monaten haben
einen Eisenmangel. Dieser entsteht häufig durch Aufnahme eisenarmer Nahrung,
z.B. 'Fastfood'. Kinder haben vor allem wegen ihres schnellen Wachstums einen
erhöhten Eisenbedarf.
Der Eisenmangel wird üblicherweise mit biochemischen Parametern wie der
Bestimmung des Serumeisens, des Ferritins, des Transferrins und der
Transferrinsättigung diagnostiziert. Diese Tests sind jedoch für die Praxis als
Screening-Maßnahme schlecht geeignet, da die Werte beispielsweise mit der
Tageszeit und der Nahrungseisenaufnahme variieren können.
Der CHr™-Test, läuft ausschließlich auf den Hämatologie-Systemen ADVIA® 2120 und
120 von Bayer HealthCare.
Der Stoff, von dem das Leben abhängt
Veröffentlicht am: 22.09.2005
Veröffentlicht von: Dipl.-Biol./Journalist Manfred Braun
Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF)
GBF-Wissenschaftler analysieren Enzym-Struktur für die Blutfarbstoffbildung
Häm heißt der rote Farbstoff, von dem das Leben abhängt. Er ist ein wichtiger
Bestandteil menschlichen und tierischen Blutes und transportiert den
lebenserhaltenden Sauerstoff von der Lunge in das Gewebe. Wissenschaftler der
Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) und der Technischen
Universität Braunschweig (TU) haben jetzt die dreidimensionale Struktur des
Enzyms aufgeklärt, das den ersten Schritt der Hämbildung im Körper katalysiert.
"Mit unserem Projekt konnten wir ein Stück Wissenschaftsgeschichte abschließen",
erklärt GBF-Bereichsleiter Professor Dirk Heinz: Mit ALAS - so der
wissenschaftliche Name des Moleküls - seien nun die Strukturen aller an der
Häm-Bildung beteiligten Enzyme bekannt. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die
Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift EMBO Journal.
Die Herstellung von Häm ist im menschlichen oder tierischen Körper wie eine
Fließbandarbeit organisiert: Insgesamt zehn Enzyme haben im Produktionsprozess
jeweils eine bestimmte Aufgabe. Sie erhalten vom vorgeschalteten Enzym ein
Zwischenprodukt, verändern es gezielt und reichen es dann an das nächste Enzym
in der Kette weiter. ALAS (5-Aminolevulinat-Synthase) habe dabei eine besondere
Bedeutung, stellt TU-Professor Dieter Jahn fest: "Da dieses Enzym im Syntheseweg
an erster Stelle steht, stört eine defekte ALAS die Blutbildung entscheidend.
Krankheiten wie Anämien sind die Folge."
Ursache für eine beeinträchtigte ALAS ist ein Defekt auf dem X-Chromosom.
Menschen, die davon betroffen sind, leiden an einer schweren Anämie: Obwohl sie
keinen Eisenmangel haben - die häufigste Ursache für diese Krankheiten - bildet
ihr Körper nur unzureichend roten Blutfarbstoff und wird schlechter mit
Sauerstoff versorgt. Symptome reichen von blasser Haut, Müdigkeit oder
Konzentrationsschwäche bis zu schweren Organschäden auf Grund einer toxischen
Eisenanreicherung im Gewebe. Den Betroffenen können die Erkenntnisse der
Wissenschaftler langfristig helfen: "Mit der nun bekannten ALAS-Struktur wird es
möglich, die Ursachen dieser Anämie viel besser zu verstehen, die Symptome zu
erklären und später die Therapie zu verbessern", so Arbeitsgruppenleiter Dr.
Wolf-Dieter Schubert.
Möglich gemacht hat die Strukturanalyse der ALAS ein Trick der Evolution: An
einem biologischen Mechanismus, der sich als erfolgreich erwiesen hat, hält das
Leben über Milliarden von Jahren hinweg fest. So auch bei der Biosynthese von
Häm: ALAS findet sich schon bei evolutionär sehr alten Bakterien, den so
genannten Proteobakterien, die das "Produktionsverfahren" für die Farbstoffe, zu
denen auch das Häm gehört, in der Frühzeit des Lebens vor 3,5 Milliarden Jahren
entwickelt haben. Für Ihre Untersuchungen konnten die GBF-Wissenschaftler
deshalb auf bakterielle ALAS zurückgreifen: Sie ähnelt dem menschlichen Enzym
sehr stark - und ist so stabil, dass man es für die strukturanalytischen
Untersuchungen aufbereiten kann.
Hinweis für die Medien
Ausführliche Informationen bietet der Originalartikel:
Isabel Astner, Jörg O. Schulze, Joop van den Heuvel, Dieter Jahn, Wolf-Dieter
Schubert and Dirk W. Heinz: Crystal structure of 5-aminolevulinate synthase, the
first enzyme of heme biosynthesis, and its link to XLSA in humans. The EMBO
Journal (2005) 24, 18, 3166-3177
Weitere Informationen:
http://www.gbf.de/presseinformationen
URL dieser Pressemitteilung:
http://idw-online.de/pages/de/news128868
Nur bei festgestelltem Eisenmangel
Ersatzpräparate nehmen
Köln - Eisen-Präparate sollten nur bei wirklichem Eisenmangel eingenommen
werden. Studien zeigen, dass zu viel Eisen das Risiko erhöhen kann, an Hepatitis
B und C und Krebs zu erkranken oder einen Herzinfarkt zu erleiden.
Das berichtet die von Ärzteverbänden in Köln herausgegebene Zeitschrift «medizin
heute» (Ausgabe 10/2005). Auch das Gewebe
kann durch zu viel Eisen angegriffen werden.
Wer Eisenmangel bei sich vermutet, sollte sich aber von seinem Hausarzt
untersuchen lassen und nicht eigenmächtig zu Ersatz-Präparaten greifen, heißt
es. Eisen ist im menschlichen Körper für die Bindung und den Transport von
Sauerstoff zuständig. Ohne das Spurenelement wäre auch der Gasaustausch in der
Lunge nicht möglich. Außerdem unterstützt es Stoffwechselvorgänge, Abwehr- und
Entgiftungsmechanismen.
Meldung vom 28.09.2005
Zeitschrift online - Ausgabe 02-06
Aktuelle Empfehlungen zur Therapie der Eisenmangelanämie – Update 2006
Eisenmangel und Eisenmangelanämie sind häufige Komplikationen bei chronischen
Erkrankungen, treten aber auch bei menstruierenden Frauen und in der
Schwangerschaft auf. nsferrin gebunden vor und als Bestandteil der Cytochrome
ist Eisen für den Elektronentransport innerhalb der Atmungskette verantwortlich.
Die Eisenmangelanämie ist die klinisch wichtigste Konsequenz eines Eisenmangels.
Neben der Anämie kann es bei Eisenmangel durch Aktivitätsminderung
eisenabhängiger Enzyme auch zu trophischen Störungen im Bereich der
Schleimhäute, zu ausgeprägter Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit kommen.
Weltweit leiden mehr als 1,5 Milliarden Menschen an einer Eisenmangelanämie.
Selbst in Westeuropa ist auch heute noch Eisenmangel die häufigste Ursache einer
Anämie. Normalerweise beträgt der Eisenverlust nur etwa 1 mg pro Tag, und bei
einer täglichen Eisenzufuhr mit der Nahrung von 10 - 20 mg ist eine ausreichende
Eisenversorgung trotz relativ geringer Resorptionsrate (10%) gewährleistet.
Größere Eisenverluste im Rahmen von Blutungen oder bei verminderter Resorption
können relativ rasch zu einem Eisenmangel und Eisenmangelanämie führen.
Häufigste Ursache einer Eisenmangelanämie ist der durch die Menstruation
bedingte Blutverlust, aber auch persisitierende gastrointestinale Blutverluste
können einen Eisenmangel bedingen (1).
Darüber hinaus kann es im Rahmen einer Antikoagulantien-Therapie zu einem
chronischen intestinalen Blutverlust konsekutiv zu Eisenmangel kommen. Zur
Therapie von Eisenmangelzuständen stehen heute effektive und gut verträgliche
enterale (Häm-Eisen, hemFerin®) und parenterale Eisenpräparate (Eisensaccharose,
Venofer®) zur Verfügung. Geringe Resorption und mangelnde Verträglichkeit
limitieren in der Regel den Einsatz herkömmlicher Eisensalze. Die
Eisensaccharose (Venofer®) gilt derzeit als Präparat der Wahl zur parenteralen
Eisentherapie (European Best Practice Guidelines), da hiermit eine hochdosierte
Eisensubstitution ohne Anaphylaxie (wie bei Cosmofer®) oder akuter
Eisentoxizität (wie bei Ferrlecit®) möglich ist.
Der Eisenbestand des Menschen beträgt normalerweise 3 - 5g. Eisen wird als
wichtiges Spurenelement für zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt. Als
Zentralatom des Porphyringerüsts spielt Eisen in Hämoglobin und Myoglobin eine
wichtige Rolle beim Sauerstofftransport. In den Speicher- bzw. Transportformen
liegt Eisen an Ferritin oder Hämosiderin bzw. Traen Menschen an einer
Eisenmangelanämie. Selbst in Westeuropa ist auch heute noch Eisenmangel die
häufigste Ursache einer Anämie. Normalerweise beträgt der Eisenverlust nur etwa
1 mg pro Tag, und bei einer täglichen Eisenzufuhr mit der Nahrung von 10 - 20 mg
ist eine ausreichende Eisenversorgung trotz relativ geringer Resorptionsrate
(10%) gewährleistet. Größere Eisenverluste im Rahmen von Blutungen oder bei
verminderter Resorption können relativ rasch zu einem Eisenmangel und
Eisenmangelanämie führen. Häufigste Ursache einer Eisenmangelanämie ist der
durch die Menstruation bedingte Blutverlust, aber auch persisitierende
gastrointestinale Blutverluste können einen Eisenmangel bedingen (1).
Diagnostik von Eisenmangelzuständen
Zur diagnostischen Beurteilung des Eisenhaushalts können heute alle drei
Kompartimente des Eisenstoffwechsels relativ unaufwändig überwacht werden: das
Speichereisen durch Bestimmung des Serum-Ferritins, der Eisentransport in der
Zirkulation mittels Transferrinsättigung und die Eisenversorgung der
Erythropoese entweder durch Bestimmung der hypo-chromen Erythrozyten bzw. des
Retikulozyten-Hämoglobins (CHr) oder durch Messung des löslichen
Transferrin-Rezeptors.
Ferritin
Das Serumferritin ist ein relativ spezifischer Indikator für die
Eisenspeicherung im retikuloendothelialen System. Die Normalwerte liegen für
Frauen bei 20 - 200 µg/l, für Männer zwischen 30 und 300 µg/l, wobei eine
Ferritin-Konzentration von 10 µg/l etwa 100 mg Speichereisen repräsentiert.
Werte unter 15 µg/l gelten als Zeichen eines absoluten Eisenmangels (Tab.1).
.....alles hier
http://www.journalmed.de/aktuellview.php?id=644
Helicobacter pylori führt zu Eisenmangel
Menschen, deren Magen mit Helicobacter pylori besiedelt ist, leiden häufiger
unter Eisenmangel als Personen ohne das Bakterium. Zu diesem Schluss ist eine
Studie an über 7000 Personen in den USA gekommen, die im "American Journal of
Epidemiology" veröffentlicht wurde.
Ein Mangel an Eisen im Blut kann zu Müdigkeit, Immun- und Lernschwäche sowie zu
Unfruchtbarkeit führen. Die Ursachen sind vielfältig. So kann zum einen die
Nahrung zu wenig Eisen enthalten. Zum anderen kann der Körper zwar genug Eisen
zugeführt bekommen, es jedoch nur schlecht aufnehmen, oder das Eisen geht wieder
verloren, bevor der Körper es verwerten kann. An letzterem ist offenbar in
vielen Fällen Helicobacter pylori schuld. Bei Menschen, die den Erreger in sich
tragen, ist Eisenmangel um die Hälfte häufiger als bei nicht Infizierten, so das
Ergebnis der aktuellen Studie.
Ob der Erreger tatsächlich den Eisenmangel verursacht, ist damit allerdings noch
nicht bewiesen. Doch zusätzliche Indizien sprechen dafür. Durch kleinste
Blutungen im Magen, vom Patienten unbemerkt, können erhebliche Mengen Eisen
verloren gehen. Vermutet wird auch, dass die Bakterien selber Eisen benötigen,
das dann dem Körper nicht mehr zur Verfügung steht. l
Quelle: Cardenas VM et al: Am J Epidemiology 2006;163:127
Ernährungs-Tipp
Mit ein paar Ernährungs-Tricks lässt sich die Eisenaufnahme auch ohne
Fleisch leicht erhöhen. Ein Glas Orangensaft zum Kartoffelauflauf beispielsweise
hilft. Die Zeichen eines Eisenmangels sind deutlich: Müdigkeit,
Abgeschlagenheit, fehlende Belastbarkeit. Bei diesen Symptomen sollten
Betroffene beim Hausarzt ein Blutbild machen lassen. "Ein dauerhafter
Eisenmangel gehört abgeklärt", sagt Bertil Kluthe, Ernährungsmediziner an der
Klinik Hohenfreudenstadt in Freudenstadt (Baden-Württemberg). Eine starke
Regelblutung bei Frauen könne die Ursache sein, aber auch Blutverlust über den
Darm. Darüber hinaus sind Innereien, Muskelfleisch vom Rind, Fisch und Geflügel
gute Eisenquellen. So enthalten 100 Gramm Leber 10,4 Milligramm (mg) Eisen, die
gleiche Menge Rindsfilet immerhin noch 3,3 mg. Bei den pflanzlichen
Nahrungsmitteln stehen Kürbiskerne oder Sesamsamen weit oben auf der Hitliste
der Eisenlieferanten.
http://www.welt.de/welt_print/article1592519/Ernaehrungs-Tipp.html 26.
Januar 2008