EISEN
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Eisen (engl.:iron) allgemeine Aufgaben Spurenelement Eisen - wichtig für die Versorgung mit Sauerstoff Eisen in der Nahrung |
Eisenstoffwechsel,
Anämien. Therapie |
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Eisen (engl.:iron)
hat die Hauptaufgabe Hämoglobin zu bilden.
Das ist jenes Pigment, welches den Sauerstoff im Blut transportiert. Im Muskelgewebe liegt dieses Eisen als Myoglobin
vor. Zuviel Eisen kann gefährlich für die Herzkranzgefäße sein. Deshalb sollte Eisen nur zugeführt
werden, wenn ein echtes Defizit vorliegt. Für Frauen ist dies nicht so problematisch,da sie durch die Menstruation auch viel
Eisen verlieren. Eisen sollte nur chelatiert bzw. in Verbindung mit anderen Mineralien aufgenommen werden.
Eisen dient dem Menschen seit Urzeiten zur Herstellung von
Werkzeugen, Geräten und Waffen, auch seine Wirkung in der Medizin ist seit
langem bekannt. Die alten Ägypter beschrieben bereits um 1500 vor Christus den
Eisenmangel, und der berühmte Paracelsus setzte dieses metallische Element in
der Medizin ein. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts entdeckte man, dass Eisen im
Organismus und im Blut enthalten ist. Heute weiß man, dass Eisen im
menschlichen Körper das häufigste Spurenelement ist. Die 10 Eisen-reichsten Lebensmittel enthalten je 100 Gramm
Eisen kommt in nennenswerten Mengen in Hülsenfrüchten, grünen Gemüsen, in Getreide und im Fleisch, vor allem in Innereien wie Leber und Nieren, vor. Durch die Verzehrsmengen sind Brot mit 21 %, Fleisch mit 16 %, Wurst mit 11 % und Gemüse mit 9 % die wichtigsten Eisenquellen in unserer Ernährung. Für die Eisenzufuhr ist der Grad der Verwertung wichtig, daher gehört das Fleisch trotz seines geringeren Eisengehalts zu den wichtigsten Lieferanten. Eisen aus Fleisch wird mit einer Resorptionsrate von 23 bis 35 % weitaus besser aufgenommen als Eisen aus Pflanzen, von dem nur 3 bis 8 % verwertet werden. Vegetarier, vor allem Veganer, die auch auf Eier und Milch verzichten, sollten auf die ausreichende Eisenzufuhr besonders achten. Vitamin C-haltige Lebensmittel und Säfte verbessern die Eisenaufnahme im Körper, daher ist z.B. der Verzehr von Wirsing, Spinat, Bohnen und Erbsen für die Eisenversorgung von Vegetariern gut geeignet. Generell ist der tägliche Bedarf von etwa 15 mg Eisen nicht allein aus pflanzlichen Lebensmitteln zu decken. Der tägliche Bedarf an Eisen Der tägliche Eisenbedarf basiert auf dem
natürlichen Eisenverlust von 1 bis 2 mg pro Tag, bei gebärfähigen Frauen ist
der Eisenverlust durch die Menstruation mit ca. 15 mg pro Monat höher.
Allgemein geht man von einem täglichen Bedarf an 1 bis 3 mg Eisen aus, wobei
Frauen mehr Eisen benötigen als Männer. Da in der Nahrung enthaltenes Eisen
nur relativ gering verwertet wird, sind die täglichen Bedarfsmengen
entsprechend höher angesetzt. Im Durchschnitt werden nur 6 bis 15 % des in der
Nahrung vorhandenen Eisens vom Körper resorbiert. Die Deutsche Gesellschaft
für Ernährung e.V. empfiehlt für Kinder ab 7 Jahren sowie für Jugendliche
und Erwachsene 10 bis 12 mg Eisen täglich. Junge Mädchen und Frauen von 10 bis
50 Jahren sollten 15 mg Eisen aufnehmen. In der Schwangerschaft und Stillzeit
steigt der Eisenbedarf, bei Schwangeren besteht der höchste Bedarf in den
letzten drei Monaten vor der Geburt. Schwangeren Frauen werden täglich 20 mg
Eisen, stillenden Frauen 30 mg Eisen empfohlen. Dieser Mehrbedarf ist nicht
durch die Zufuhr aus der Nahrung zu decken, sondern muß über
Ergänzungspräparate zugeführt werden. Frauen nach der Menopause haben dagegen
keinen höheren Eisenbedarf als Männer. Orthomolekulare Therapeuten setzen den
Eisenbedarf etwas höher an, sie gehen von einem Bedarf von 8 bis 25 mg täglich
aus, schwangeren und stillenden Frauen werden 25 bis 45 mg Eisen empfohlen. Wann besteht ein erhöhter Bedarf an Eisen? Ein Mehrbedarf an Eisen besteht vor allem in der
Zeit des Wachstums sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit. Auch bei
Säuglingen und Kleinkindern bis zu 2 Jahren sowie in der Pubertät reicht die
Eisenzufuhr oft nicht aus. In vielen Fällen greift der Körper zur Selbsthilfe.
Sind die Eisenspeicher im Körper gefüllt, so wird Eisen aus der Nahrung
relativ gering genutzt. Besteht dagegen ein Eisenmangel, so steigt diese Menge
deutlich an. Typische Gruppen für einen Mehrbedarf an Eisen
Eisen«Eisen ist dauerhaft, doch eines Tages wird es verrosten. Einige verbreitete Ansichten über die Vorteile des Eisens in der Ernährung werden in naher Zukunft dasselbe Schicksal erleiden. Auch sie werden bald einmal zum alten Eisen gehören.»Bei der Vegetarier-Studie des Bundesgesundheitsamtes Berlin stellte man folgendes fest: «Unsere Untersuchungen ergaben niedrigere Eisen- und Hämoglobinwerte bei weiblichen Vegetariern. Klinisch verwertbare Folgerungen konnten daraus jedoch nicht gezogen werden. Zudem tritt in letzter Zeit eine andere Bewertung der sogenannten Eisenmangels in den Vordergrund. Es gibt sogar Wissenschaftler, die niedrigeres Serumeisen für gesundheitlich vorteilhaft halten.»( Die Empfehlung von Eisenpräparaten wird damit sehr fraglich.Die Berliner-Studie ist nicht die einzige, die über dieses Thema gemacht wurde. Alle seriös durchgeführten Studien kommen zu einem ähnlichen Ergebnis (die Studien, die von der Fleisch- oder Milchindustrie bezahlt wurden, kommen selbstverständlich zu einem anderen Resultat als die unabhängigen Studien!).Aus der Arbeit vom Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität, Giessen, kann man entnehmen: «Eisenwerte von Vegetariern liegen durchschnittlich im unteren Normbereich. Da die Standartwerte auf Messungen mit fleischessenden Personen beruhen, wird derzeit diskutiert, ob diese für alle Menschen verbindlich sind. Die Diskussion wird durch die Feststellung belebt, dass Eisenwerte im unteren Normbereich einen gewissen Schutz gegen Infektionskrankheiten und Herzinfarkt bieten.» Einige Studien gehen sogar noch weiter und sehen einen Zusammenhang zwischen vielen Zivilisationskrankheiten und zuviel Eisen. Dies gilt insbesondere für die Alzheimerkrankheit, da dabei ein abnorm hoher Eisengehalt im Gehirn feststellbar ist.Bei einer einseitigen Ernährung (egal ob mit oder ohne Fleisch) wird man immer einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel erleiden. Die beste Vorsorge bietet eine ausgewogene (vegetarische) Vollwerternährung mit einem hohen Anteil an frischer (biologischer) Rohkost. Sehr wichtig ist auch, das Kleinkind lang zu stillen und auf keinen Fall die Muttermilch durch Kuhmilch zu ersetzen, da sie die Eisenabsorption (=Eisenaufnahme) des Kindes verringert (dies kann auch durch eine Anreicherung der Kuhmilch mit Eisen nicht ausgeglichen werden) .Eine sich durchschnittlich ernährende Person nimmt ca. 25-30 % seines Eisens über tierische Nahrungsmittel auf (Fleisch, Fisch, Eier, Milch,...). Das heisst, dass auch Fleischesser den grössten Teil ihres Eisens aus pflanzlichen Nahrungsmitteln beziehen. Dass Fleisch das einzige Nahrungsmittel mit Eisen ist, muss deshalb als «Mythos»der Fleischindustrie angesehen werden. Hingegen trifft es zu, dass Fleisch Eisen in so hoher Konzentration enthält, dass der menschliche Körper mangels effizienter Ausscheidungsmöglichkeiten (wie dies bei den anderen Spurenelementen z.B. durch den Urin der Fall ist) dadurch stark belastet wird. Die einzigen Nahrungsmittel, die praktisch kein Eisen enthalten, sind Milch(-produkte), Zucker, Fette und industriell verarbeitete Nahrungsmittel! Nebst all diesen theoretischen Begründungen sollte man jedoch auch in Erwägung ziehen, dass VegetarierInnen, die sich ihr ganzes Leben ausgewogen vegetarisch ernährt haben, kaum je Symptome einer Eisenunterversorgung bekommen. Ihr Körper scheint sogar das Eisen aus der Nahrung besser aufnehmen zu können als derjenige von Fleischessern.Falls jemand dennoch unter Eisenmangel (Anämie) leiden sollte (z.B. durch hohen Blutverlust bei einem Unfall), ist dies noch lange kein Grund, tierische Produkte zu konsumieren. Statt dessen sollten lieber folgende Produkte vermieden werden, da sie die Eisenaufnahme (Eisenabsorption) des Körpers hemmen: Rotwein, Schwarztee, Kaffee, Kakao (egal ob als Getränk oder in der Schokolade), Knoblauch, Zwiebeln und Joghurt/Sauermilch. Lebensmittel mit einem hohen Vitamin C Gehalt sollten hingegen öfters konsumiert werden, da das Vitamin C die Eisenaufnahme verbessert.Der (unvollständigen) Liste ist zu entnehmen, weshalb Fleischesser meist ein grösseres Verlangen nach koffeinhaltigen Getränken (Kaffee, Schwarztee, Kakao, Cola) haben, da der Konsum dieser Getränke den überhöhten Eisenwert in ihrem Blut senkt. Bereitgestelt von: Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus SVV, Bahnhofstr. 52, CH-9315 Neukirch-Egnach Tel. 0041 (0)71 477 33 77, Fax (0)71 477 33 78 http://www.vegetarismus.ch svv@vegetarismus.ch |
| Eisengehalt einiger Nahrungsmittel | (mg/100g) |
|---|---|
| Brennessel | 41,0 |
| Schweinsleber | 22,1 |
| Bierhefe (getrocknet) | 17,5 |
| Ingwer | 17,0 |
| Sesamsamen | 10,0 |
| Sojamehl | 10,0 |
| Hirse | 9,0 |
| Roggenkeime | 9,0 |
| Sojabohnen | 8,6 |
| Sauerampfer, roh | 8,5 |
| Petersilienblatt, roh | 8,0 |
| Weizenkeime | 7,5 |
| Pistazienkerne | 7,3 |
| Sonnenblumenkerne | 7,0 |
| Linsen | 6,9 |
| Kichererbsen | 6,5 |
| Pfifferling | 6,5 |
| Hafer | 5,8 |
| Leberwurst | 5,4 |
| Mandeln | 4,7 |
| Haselnuss | 3,8 |
| Weizen | 3,3 |
| Kalbsschnitzel | 3,0 |
| Reis | 2,6 |
| Schweinsschnitzel | 2,3 |
| Brathuhn | 1,8 |
| Cervelatwurst | 1,7 |
| Mais | 1,5 |
| Hühnerei | 1,4 |
| Bachforelle | 0,7 |
| Chinakohl, roh | 0,6 |
| Milch, alle Arten | 0,1 |
Siehe zum Thema Eisen auch folgenden Artikel aus Vegi-Info 2/96 von Dr. med. Neal D. Barnard:
| Die Hauptfunktion von Eisens ist es, als integraler Bestandteil von Hämoglobin,
Sauerstoff zu den Geweben zu transportieren. Eisen ist auch unerläßlicher Bestandteil
wichtiger Enzyme. Eisenmangel führt zu verminderter körperlicher Ausdauer- und
Leistungsfähigkeit. Marginaler Eisenmangel steht im Verdacht, sich negativ auf die
Gehirnfunktion (Lernfähigkeit) auszuwirken. In tierischen Erzeugnissen liegt Eisen in gebundener Form (Häm-Eisen, Myoglobin) vor. Dadurch ist die Resorption besser als aus pflanzlichen Produkten, in denen Eisen in mineralischer Form vorliegt. Die Resorption von solchem Nichthäm-Eisen wird zusätzlich durch die Gegenwart von Phytaten (Getreide), Polyphenolen (schwarzer Tee) und Calcium gehemmt. Vitamin C hingegen verbessert die Eisenresorption erheblich. Die gleichzeitige Anwesenheit von Häm-Eisen (Fleisch, Fisch) steigert sie ebenfalls . Als besondere Risikogruppen für Eisenmangel gelten Schwangere, Heranwachsende und sich vegetarisch Ernährende (insbesondere Veganer).Untersuchungen mit Vegetariern und Vegetarierinnen ergaben allerdings, daß bei Männern keine und nur bei 17% der Frauen geringe Abweichungen der Serum-Eisenwerte nach unten zu verzeichnen waren. Als mögliche Erklärung wird eine Erhöhung der Resorptionsrate unter Eisenmangelbedingungen genannt. Auch konnten keine Anhaltspunkte gefunden werden, daß der um etwa 10% niedrigere Serum-Eisen-Spiegel mit irgendwelchen Krankheiten verbunden war. Im Gegenteil: Es steht sogar ein geringeres Infektionsrisiko und eine Verringerung des Herzinfarktrisikos bei Frauen zur Diskussion. Bei Schwangeren wird neueren Untersuchungen zufolge ein erhöhter Eisenbedarf durch eine während der Schwangerschaft deutlich erhöhte Resorptionsrate kompensiert. Eine Supplementation ist demnach nicht nötig, wenn zu Schwangerschaftsbeginn kein Eisenmangel herrscht. |
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Spinat - ein guter Eisenlieferant ?
Ein kompletter Unsinn, aber nicht auszurotten
Spinat ist ein sehr gesundes Gemüse. Er enthält größere Mengen der Vitamine A und C sowie Beta
Carotin.Aber er enthält kaum Eisen.
Die Legende vom Eisenlieferanten Spinat entstand Ende des 19.
Jahrhunderts, als ein Chemiker bei der Analyse von Spinat das Komma für den Eisengehaltswert versehentlich um eine Stelle nach rechts rückte. Damit attestierte er dem Spinat einen um das 10-fache erhöhten Eisengehalt.
Zum niedrigen Eisengehalt des Spinats kommt noch ein hoher Gehalt an
Oxalsäure, die Eisen bindet. Also alles ein Märchen? Leider ja.
Kurzbeschreibung
Eisenstoffwechselstörungen, insbesondere der Eisenmangel, zählen zu den am
häufigsten übersehenen oder fehlgedeuteten Erkrankungen. Anämien sind ein
weltweites Problem. Davon betroffen sind vor allem ältere Menschen. Nach den
WHO-Kriterien (World Health Organisation. Nutritional anemias. Technical Reports
Series 1992; 503) spricht eine Hb-Konzentration <12g/dl bei der Frau und <13g/dl
beim Mann für eine Anämie. Danach haben 10-22% der Frauen und 6-30% der Männer
älter als 65 Jahre eine Anämie. In dieser Auflage werden die Schwerpunkte auf
die Therapie von renalen und entzündlichen und vor allem auf rheumatoide Anämien
gesetzt. Dennoch bleibt weltweit der Eisenmangel mit Abstand die häufigste
Anämieursache. Darüber hinaus haben auch neue Erkenntnisse über den Gendefekt
der Hämochromatose sowie über die Folgen der Eisenüberladung dazu geführt,
diesen bisher unterschätzten Problemen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Die
Diagnostik - und insbesondere die Therapie der Anämien - haben in den letzten
Jahren derartige Fortschritte gebracht, die nahelegen, die Therapie und das
diagnostische Spektrum zu erweitern. Die Autoren haben sich deshalb
entschlossen, das Buch zu überarbeiten. Die starke Nachfrage machte eine
sechste, erweiterte Auflage notwendig.
Eisenstoffwechsel,
Anämien. Therapie
und Diagnose. Neue Konzepte bei Renaler Anämie und
Rheumatoider Arthritis
von
M. Wick,
W. Pinggera,
P. Lehmann Broschiert - 218 Seiten -
Erscheinungsdatum: September 2000
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